Handball Dezimierter SVK kämpft um seine Serie

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Volle Pulle für die Serie: Nico Hiller (am Ball) und der SVK Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Vier Spiele in Folge hat Drittligist SV Kornwestheim vor dem Jahreswechsel gewonnen. Nun will sich das von Verletzungen gebeutelte Team von Trainer Alexander Schurr auch im Derby gegen den HC Oppenweiler/Backnang keine Blöße geben. „Wir werden alles in die Waagschale werfen“, kündigt der Übungsleiter an, dessen Schützlinge nach der Weihnachtspause seit vergangenem Sonntag wieder im Training sind. An der Einstellung seiner Akteure werde auch die für ein Heimspiel ungewöhnliche Anwurfzeit an diesem Sonntag um 17 Uhr nichts ändern.

Jüngst gelang es dem neuntplatzierten SVK ausgesprochen gut, auch mit ausgedünntem Kader zu überzeugen. Ob das auch gegen den punktgleichen Achten HCOB gelingt? Mit Hendrik Schoeneck (Schienbeinbruch), Tim Scholz (Kreuzbandriss), Axel Steffens (Achillessehnenriss) fehlen drei Akteure schon länger. Nun ist auch Linksaußen Fabian Kugel Teil des Lazaretts. Er muss mit einer Schulterverletzung, die konservativ behandelt wird, lange pausieren. Äußerst fraglich ist zudem der Einsatz von Routinier Peter Jungwirth: Der Rechtsaußen plagt sich bereits seit vielen Wochen mit einer Sprunggelenkblessur. „Insgesamt ist das fast eine gesamte Startaufstellung“, so Schurr. Zumindest Kreisläufer Jan Hellerich ist nach seinem Bänderriss wieder einsatzbereit.

Trotz aller Personalsorgen: Die Serie soll halten. „Wir haben eine schlagfertige Truppe“, betont Alexander Schurr – im Wissen, dass auch der Gegner ein gutes Team beieinander hat und ebenfalls mit einer Serie von vier Siegen im Rücken nach Kornwestheim reist. Zum Jahresabschluss gab es einen 31:27-Erfolg gegen HBW Balingen-Weilstetten 2. Die Kornwestheimer verabschiedeten sich mit einem 30:26 gegen die TGS Pforzheim aus 2019. Und um die Statistik zu komplettieren: Das Hinrundenspiel in Oppenweiler hat Kornwestheim mit 29:33 verloren.

Oppenweilers Stärke ist, ähnlich dem SVK, das schnelle Umschaltspiel und eine starke erste Welle. Getragen wird diese vor allem von den beiden Außenspielern Marcel Lenz (links) und Philipp Maurer (rechts). „Deshalb müssen wir unnötige Ballverluste auf jeden Fall vermeiden und dürfen keine Gegenstöße zulassen“, so Schurr. Auf die 5-1-Abwehr, mit der die Gäste im Normalfall agieren, könne sich seine Mannschaft hingegen gut einstellen.

Am eigenen Kreis werden es die Hausherren mit dem Tschechen Jakub Strýc zu tun bekommen. „Massiv, eine echte Granate, außergewöhnlich gut“, singt Schurr eine Lobeshymne auf den HCOB-Kreisläufer. Doch auch die gegnerische Rückraumachse hat es in sich: Ruben Sigle sowie Evgeni Prasolov und Nikola Vlahovic, der mit einem Doppelspielrecht auch beim Zweitligisten SG BBM Bietigheim spielt, sind allesamt Topleute. Dass Letzterer auch in der Osthalle zum Einsatz kommen wird, gilt als wahrscheinlich: Die 2. Bundesliga hat Europameisterschaftspause.

Darüber hinaus trifft der SVK auf zwei alten Bekannte: Kevin Wolf, der in der Rückraumzentrale des HCOB die Fäden zieht, sowie Torhüter Felix Beutel spielten einst für Kornwestheim. Für Beutel ist es die erste Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Er wechselte erst nach der vergangenen Saison – und nach fünf Jahren in Kornwestheim – zur Mannschaft von Coach Matthias Heineke. Dort bildet er nun zusammen mit Stefan Koppmeier das Keeperduo.

„Oppenweiler ist breit aufgestellt und sie haben keine Ausfälle, soviel ich weiß“, so Schurr, „das heißt, dass sie auch mit dem kompletten Kader zu uns kommen werden.“ Ein Komfort, von dem man beim SVK derzeit nur träumen kann. „Es wird ein echter Kraftakt, den wir da vor uns haben, in unserer aktuellen Situation muss alles funktionieren“, sagt Schurr. Dennoch sei seine Mannschaft topmotiviert. „Es ist ein Derby, da will sich keiner etwas nachsagen lassen.“

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