Handball Die Mentalitätsmonster vom SVK holen sich neue Impulse

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Lukas Lehmkühler (am Ball) zieht durch: Der SVK macht in den Testspielen eine gute Figur. Foto: Marco Wolf

Kornwestheim - Von den Ergebnissen her hätten die Drittligahandballer des SV Kornwestheim locker für die Aufstiegsrunde melden können. Drei Testspiele hat das Team von Trainer Alexander Schurr in den vergangenen zweieinhalb Wochen absolviert, jeweils gegen Mannschaften, die seit Samstag um den Sprung in die 2. Bundesliga kämpfen. Zwar gab es erst eine 28:32-Niederlage gegen den VfL Pfullingen. Die beiden folgenden Begegnungen gewann hingegen der SVK: am vorvergangenen Dienstag mit 32:25 gegen den TSB Heilbronn-Horkheim und am Samstag mit 30:28 gegen abermals Pfullingen.

Natürlich ging es in diesen Partien aber eigentlich um nichts. Die Kornwestheimer haben weder für die Aufstiegsrunde noch für den Ligapokal gemeldet. Was aber nicht heißen soll, dass man es derzeit rund um die Osthalle einfach so dahinplätschern lässt. Im Gegenteil: Während die Gegner das Schurr-Team als willkommenen Sparrings-Partner sahen, blieben beim SVK so einige Erkenntnisse hängen, auch für die kommende Saison 2021/2022. „Wir haben die Spiele alle aufgezeichnet, legen bei der Analyse aber natürlich den Fokus auf uns selbst“, sagt der Coach.

Spieler probieren ungewohnte Rollen aus

Und ja, solche Spiele seien nach der langen Zeit ohne jeden Wettkampf auch wichtig. „Aber unsere Jungs sind echte Mentalitätsmonster, die wissen, warum sie das alles machen, auch, warum sie trainieren“, bekräftigt Schurr. Die Moral sei stets sehr gut gewesen. Und Schurr ist sich sicher, dass es ein Vorteil sein könne, in Ruhe an bestimmten Dingen feilen zu können, ohne dem Rhythmus des Ligabetriebs unterworfen zu sein.

So nutzen die Kornwestheimer die Zeit mit Training und Testspielen, um die Neuzugänge vollends zu integrieren. Rückraum-Akteur Lukas Lehmkühler und Keeper Nico Henke waren zu Beginn der abgebrochenen Saison verletzt gewesen und hinterließen nun einen bärenstarken Eindruck, ebenso Jan Döll. Auch wurden Spieler mal auf ihnen fremde Positionen geschickt und Zuständigkeiten definiert: Kreisläufer Nico Hiller übernimmt nun in der Abwehr neue Aufgaben, Hendrik Schoeneck wächst zudem endgültig in seinen Rolle als Chef des Defensivverbunds hinein. „Und wir haben ein zweites Abwehrsystem etabliert“, fügt Schurr hinzu.

Tim Scholz trainiert wieder voll mit

Erfreulich außerdem: Der lange verletzte Tim Scholz (Kreuzbandriss) trainiert inzwischen wieder voll mit. Zum Einsatz in einer der Begegnungen kam er aber noch nicht. Ohnehin absolvierte der SVK keine der drei Partien vollzählig. In beiden Spielen gegen Pfullingen fehlte Kapitän Christopher Tinti berufsbedingt. Jan Döll befindet sich seit einigen Tagen in häuslicher Quarantäne, da seine Freundin positiv auf das Coronavirus getestet worden war. So absolvierten die Kornwestheimer das Aufeinandertreffen am Samstag gegen Pfullingen ohne Linkshänder im Rückraum.

Ob es in nächster Zeit noch weitere Freundschaftsspiele geben wird, steht noch nicht fest, ist aber wohl eher unwahrscheinlich. „In den kommenden vier Wochen liegen unsere Schwerpunkte eigentlich eher im individuellen Bereich, also in der Athletik“, so Schurr. Danach, also Mitte Mai, darf seine Mannschaft in die wohlverdiente Sommerpause – mit freiem Kopf und handballerisch sowie körperlich topfit, wenn es nach Alexander Schurr geht.

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