Handball Dramatische letzte Sekunden im Spitzenspiel

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Susanne Seifert (am Ball) und ihr SVK werfen alles rein, zum Sieg reicht es am Ende aber nicht. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Das eigentliche Drama nahm 40 Sekunden vor Spielende seinen Lauf: Der SVK kam nochmals in Ballbesitz. Tanja Bahmann setzte zum Tempogegenstoß an – und wurde von HSG-Spielerin Julia Köberling unfair gestoppt. Die Kornwestheimerin verletzte sich dabei und musste anschließend ins Krankenhaus. Die Rote Karte für die Gegnerin war da nur ein schwacher Trost, zumal Lara Reichert den fälligen Siebenmeter an den Pfosten setzte. Der letzte Angriffsversuch der Böblingerinnen scheiterte ebenfalls. So endete das Landesliga-Spitzenspiel des SVK gegen die HSG Böblingen/Sindelfingen mit 26:26.

Nach der Partie waren sich die Beteiligten auf Kornwestheimer Seite uneins, ob es denn nun ein gewonnener oder ein verlorener Punkt gewesen sei. In Anbetracht einer zwischenzeitlichen 17:11-Führung zu Beginn der zweiten Hälfte durften sich die drittplatzierten Gastgeberinnen schon ein bisschen ärgern, dass gegen den Zweiten nicht mehr herausgesprungen war. Allerdings war dieses Remis dann doch um Welten einfacher zu verschmerzen als die 15:27-Pleite im Hinspiel.

Obwohl einige Spielerinnen angeschlagen in die Partie gegangen waren, begannen die Kornwestheimerinnen gut. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem der SVK nach einem 3:0-Lauf mit zwei Toren von Daniela Bahmann und einem Treffer von Svenja Biehl erstmals in Führung ging (5:4, 15. Minute). Zwar gab die HSG prompt die Antwort. Doch bis zur Pause lag Kornwestheim wieder vorn – diesmal sogar mit drei Toren (13:10).

Und nach dem Seitenwechsel machte das Team von Trainer Markus Lenz gegen zu diesem Zeitpunkt leicht entnervte HSGlerinnen weiter, wie es zuvor aufgehört hatte. Binnen vier Minuten schraubten erst Nina Haug und kurz darauf Kim Callan, Alisa Torkler (beide in Überzahl) sowie Svenja Biehl (per Siebenmeter) den Spielstand auf 17:11 (35.).

Das veranlasste HSG-Coach Vito Cece zu einer Auszeit und gleichzeitig einer Änderung in der Defensivformation seiner Mannschaft. Fortan wurden zwei Kornwestheimer Rückraumspielerinnen direkt gedeckt, was beim SVK kurzzeitig zu Verwirrung führte. Böblingen/Sindelfingen kam auf 14:17 heran (38.). Zwar fand sich die Lenz-Sieben bald besser zurecht, so richtig gut agierten die Kornwestheimerinnen dann aber nicht. Großzügige Lücken im Abwehrverbund der HSG blieben ungenutzt, zudem scheiterte man zu oft an der gegnerischen Torspielerin. In der 53. Minute hatten die Gäste dann den 23:22-Anschluss geschafft.

In der 57. Minute gelang Daniela Bahmann mit dem 26:24 der letzte Treffer für ihren SVK, die HSG glich eine Minute später zum 26:26 aus. Doch das wahre Drama folgte erst in den nächsten Sekunden. Mit einem Sieg wäre der SVK bis auf einen Pluspunkt an den Gegner herangerückt, der allerdings bereits ein Spiel mehr absolviert hat. Daraus wurde nichts, obwohl die Kornwestheimerinnen sich im Vergleich zum Spiel in der Hinrunde deutlich gesteigert hatten. Nun geht es am Samstag, 16. März, zum Tabellendrittletzten HB Ludwigsburg 3. Das Hinspiel gewann der SVK klar mit 30:14. Anpfiff ist um 18 Uhr. SV Kornwestheim
Lüders, Holzer – Torkler (3), D. Bahmann (4), Weiß, Hald, Callan (2), Gellert, Bäuerle, T. Bahmann (5), Reichert, Seifert (2), Biehl (5/2), N. Haug (5)

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