Handball Grundschüler sind bald eine Klasse für sich

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Die Jüngsten sind gefragt: Am 15. November beginnt die Handball-Grundschulliga. Foto: z

Kornwestheim - Es herrscht Spannung beim SVK. Fast alle Vorbereitungen sind inzwischen getroffen, damit es am Freitag, 15. November, endlich losgehen kann: Dann startet die Handball-Grundschulliga in ihre erste Saison. „Aber es ist alles noch ein bisschen neu und wir fragen uns, wie es am Ende bei den Kindern und Eltern ankommt“, sagt Nina Haug, Spielerin der ersten Frauenmannschaft und im Verein inzwischen als BA-Studentin tätig. Die neue Liga war und ist ihr Hauptbetätigungsfeld. Unterstützt wir sie dabei von Jugendkoordinator und Frauentrainer Hannes Diller.

Die Grundschulliga ist ein Pilotprojekt des Handballverbandes Württemberg (HVW). Mit im Boot sind am hiesigen Standort der SVK und die HB Ludwigsburg. Die beiden Vereine organisieren die Liga für insgesamt sechs Grundschulen. Aus Kornwestheim sind die Eugen-Bolz-Schule, die Silcher- sowie die Philipp-Matthäus Hahn-Grundschule mit insgesamt knapp 40 Kindern dabei. Aus Ludwigsburg stellen die Friedensschule, die Hirschbergschule und die Osterholzschule jeweils eine Mannschaft. Die Teams bestehen aus Dritt- und Viertklässlern.

Auch im Großraum Stuttgart und im Bezirk Heilbronn/Franken will der HVW Grundschulligen etablieren. Auch hier geht es am 15. November los.

Es wird aber keinesfalls „nur“ Handball gespielt. In den ersten beiden Runden messen sich die Schulen im Aufsetzerhandball, „Funino“ genannt. Dabei gibt es kein Tor, dafür müssen die Jungen und Mädchen den Ball zwischen zwei Stangen unterbringen. „Der Angriff ist dabei immer in Überzahl“, erklärt Hannes Diller, „so sind die Erfolgserlebnisse viel häufiger.“ Ab der dritten Runde sind dann Partien auf einem verkleinerten Feld geplant – zwar nur zu fünft in einem Team, aber auf richtige Tore. „Das ist dann wie in der E-Jugend“, erläutert Nina Haug, während Diller schmunzelnd ergänzt: „Es gibt nichts schöneres, als den Ball im Netz zu versenken. Dafür spielen wir doch alle Handball.“

Das Projekt Grundschulliga gibt es bereits seit einigen Jahren. Auch in Kornwestheim ist es nicht neu. Die Basketballer der Skizunft bieten den Schülern von kommendem Januar an bereits zum fünften Mal einen solchen Wettbewerb. Im Handball ist es in Württemberg jedoch eine Premiere. „Im badischen Verband hat man damit begonnen, und darauf ist der HVW jetzt aufmerksam geworden“, so Diller, der in Kornwestheim dafür die perfekten Voraussetzungen sieht, da die Stadt die optimale Größe und Lage besitze. Das dachte sich denn auch der Verband, als er auf den Verein zukam.

Den Grundstein legte der ehemalige SVK-Drittligatorwart Felix Beutel, der auch im Verein arbeitete und an den Grundschulen diverse Ballsport-AGs etablierte. Nach seinem Abgang haben schließlich Nina Haug und Hannes Diller die Organisation der Liga übernommen. An den Spieltagen unterstützen sie diverse FSJ- und BFDler sowie Jugendspieler und Schiedsrichter aus Reihen des SVK. „Außerdem hat der HVW angekündigt, auch Bundesligisten aus dem Verbandsgebiet miteinbeziehen zu wollen“, fügt Haug hinzu. Möglicherweise könnten Spieler aus Bietigheim oder Stuttgart vorbeischauen. Ein paar Stippvisiten von Akteuren aus dem Kornwestheimer Drittligateam sind ebenfalls nicht ausgeschlossen.

„Man braucht immer wieder neue Impulse“, betont Hannes Diller, „früher war Kornwestheim eine wirklich handballverrückte Stadt. Das müssen wir wieder in Erinnerung rufen.“ Und wo beginnt man damit, wenn nicht bei den Jüngsten? „Handball ist nicht Fußball“, merkt Nina Haug an, „Handball spielen viele, weil sie über ihre Eltern, Geschwister oder Freunde zur Sportart gekommen sind.“ Der Einstieg beim Fußball ist ihrer Ansicht nach niederschwelliger.

Generell bringe Sport in einer Mannschaft die Kinder weiter. „Es gibt in den AGs viele sportliche Kinder, die aber überhaupt keinen Sport machen“, sagt Haug, „denen geht das Gefühl, der Teamgeist, bisher völlig ab.“ Auch da solle die Grundschulliga ansetzen – die Hannes Diller sehr wohl als Teil der neuen Ausrichtung des SVK-Jugendkonzeptes sieht. Das setzt bei den älteren Juniorenteams verstärkt auf Individualtraining.

Bis es so weit ist, haben die Jungen und Mädchen der Grundschulliga aber noch ein bisschen Zeit und können sich im Funino ausprobieren. „Und wenn wir nach dieser ersten Saison fünf neue Anmeldungen für ein Jugendteam haben, wäre das für uns schon ein Riesenerfolg“, so Diller.

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