Handball Gut, schlecht und irgendwas dazwischen

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Peter Jungwirth macht beim Sieg in Baden-Baden acht Tore für den SVK. Foto: Ralf Porkert

Kornwestheim - Peter Jungwirth hatte es am späten Sonntagmorgen nicht eilig. Ganz im Gegenteil. Der Rechtsaußen des SV Kornwestheim sah fast ein wenig platt aus, wie er da mit der Bäckertüte in der Hand die Stuttgarter Straße überquerte. „Das kann ich mir vorstellen“, sagt sein Trainer Alexander Schurr. Acht Tore hatte Jungwirth beim 38:30 (17:16)-Auswärtssieg des SVK beim Drittliga-Schlusslicht TVS Baden-Baden erzielt – und gemeinsam mit dem Team dem Druck standgehalten, der Favoritenrolle gerecht zu werden. „Ich beneide keinen meiner Kollegen, der nach Baden-Baden fahren muss“, so Schurr.

Er hatte beim Auftritt seiner Schützlinge so einiges gesehen: Erfreuliches wie zum Beispiel eine Top-Leistung von Torhüter Felix Beutel (45 Prozent gehaltene Bälle), weniger Erfreuliches wie den Feldverweis gegen Kreisläufer Nico Hiller nach einem vermeintlichen Schlag ins Gesicht seines Gegenspielers in der 37. Minute (Schurr: „Eine harte Entscheidung.“) – und vieles, was zwischen gut und schlecht hin und her pendelte. So setzte sich sein Team in der ersten Halbzeit mehrfach auf vier Treffer ab, führte 8:4 (12.), 10:6 (25.) oder 14:10 (19.). Doch durch einfache Gegentore hatten diese Vorsprünge nie länger Bestand. Vor allem der Baden-Badener Rückraum mit Jonas Schuster (mit neun Treffern Top-Scorer der Partie) machte dem SVK zu schaffen. Ende des ersten Durchgangs waren 16 Gegentore für Defensiv-Fuchs Schurr dann nicht wirklich befriedigend.

In der Pause wies der SVK-Coach seine Mannen nochmals nachdrücklich auf die phasenweise Missstände im Defensivverhalten hin. „Ich habe gesagt: Wenn wir so weitermachen, kann es in jede Richtung kippen“, berichtet Schurr. Doch in der 33. Minute lag Kornwestheim nach einem Treffer von Baden-Badens Julian Schlager plötzlich mit 17:18 zurück. Doch die Gäste blieben ruhig, ließen sich auch von Markus Kochs 18:19 (34.) nicht kirre machen. „Danach haben wir es dann nicht mehr versäumt, dranzubleiben“, so Schurr, dessen Forderung nach einer konsequenteren Gangart gegen die Rückraumspieler nun Früchte trug. Die TVS-Versuche vom Kreis stellten Felix Beutel im Kasten des SVK ohnehin eher vor weniger Probleme.

Zum Zeitpunkt von Nico Hillers Disqualifikation führte der SVK wieder mit 21:20. Tim Scholz und der in Abwehr und Angriff gut aufgelegte Hendrik Schoeneck stellten kurz darauf auf 23:20 (40.). In der 47. Minute war die Angelegenheit beim Spielstand von 30:23 für Kornwestheim – Julius Emrich hatte getroffen – schließlich vorentschieden. Endstand, nachdem Peter Jungwirth per Siebenmeter den Schlusspunkt gesetzt hatte: 38:30 für den SVK.

„Wir haben zwei Punkte in einem der unangenehmsten Auswärtsspiele der Saison geholt“, so Schurr, der Baden-Baden keinesfalls so schlecht sieht, wie es die Tabelle glauben machen will. „Wenn sie etwas besser verteidigen würden, wären sie auf keinen Fall Letzter.“ Denn am Ende hatte in der Tat das zumindest in Teilen bessere Defensivverhalten die Partie entschieden. Auch wenn die 30 Gegentore für Alexander Schurrs Dafürhalten viel zu viel waren.

Das abschließende Spiel des Jahres ist für den SVK zugleich der Auftakt zur Rückrunde: Am Samstag, 15. Dezember, tritt das Schurr-Team, das momentan auf Platz 8 steht, in der Pfalz beim Tabellen-Fünften TuS Dansenberg an. Beginn ist um 20 Uhr. SV Kornwestheim
Beutel, Welz – Scholz (4), Großmann, Wahl (5), Reusch (3), P. Jungwirth (8/2), Kugel (1), Tinti (1), Schoeneck (5), Steffens (2), Hiller, Awad, Emrich (3), Flügel (6)

 
 

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