Handball Kornwestheim dreht nach der Pause auf

Von
Rein das Ding! Auch Hendrik Schoeneck (im Wurf) zeigt gegen Haßloch eine starke Leistung. Foto: Christine Biesinger

Kornwestheim - Tobias Job, Trainer der TSG Haßloch, schien dann doch ein wenig zerknirscht. Als ihn SVK-Hallensprecher und Moderator Uwe Scholz nach der Partie nach seinem Spieler des Spiels fragte, begründete der Coach seine Wahl wie folgt: „Einer muss es ja werden.“ Es traf Nils Röller, der am heutigen Montag seinen 18. Geburtstag feiert. Der Kreis­läufer hatte zwei Tore erzielt, was den Pfälzern aber nur wenig weitergeholfen hatte. Die Kornwestheimer siegten bei ihrer Heimpremiere in der neuen Dritt­ligasaison klar mit 31:24 (13:14).

So war die Freude auch ganz auf Seite von SVK-Trainer Alexander Schurr – wenn auch nicht uneingeschränkt. Seine Mannschaft hatte in den ersten 30 Minuten freie Würfe für zwei    Spiele   nicht  im TSG-Tor untergebracht. Zudem profitierten die Hausherren erneut von einer bärenstarken Leistung von Torhüter-Neuzugang Jan David. Der bot nach seinem ersten Auftritt in Pforzheim erneut ein Spiel auf Topniveau. In der 23. Minute gekommen, zeigte er zwölf Paraden und wurde von Schurr zum „Man of the Match“ gemacht. „Ich hätte aber auch Jan Hellerich nominieren können“, so der SVK-Übungsleiter. Der junge Kreisläufer, wie David vom TSV Schmiden aus der Württembergliga gekommen, avancierte in der zweiten Hälfte mit fünf Treffern zum besten Schützen seiner Mannschaft.

Die erste Hälfte war eine zerfahrene Angelegenheit, kein Team kam richtig in Tritt. Dass sich die Gastgeber sogar mit einem 13:14-Rückstand in die Halbzeitpause verabschiedeten, lag vor allem an der mangelnden Chancenverwertung. Daran hatte jedoch auch TSG-Keeper Daniel Schlingmann seinen Anteil, der allein in den ersten drei Minuten dreimal zur ­Stelle war: zweimal gegen Tim Scholz, einmal gegen Axel Steffens. Kornwestheim lag lange in Führung, in der 22. Minute glich Florian Kern allerdings aus. Danach bewegten sich die Teams im Gleichschritt und mit weiteren vergebenen Gelegen­heiten in Richtung Pausensirene.

Und direkt nach Wiederbeginn sorgte der SVK für die Vorentscheidung. Zwar parierte der inzwischen eingewechselte Haßlocher Keeper Florian Pfaffmann ­zunächst gegen Axel Steffens – dann aber nahmen die Kornwestheimer Fahrt auf. Deutlich treffsicherer als in Hälfte 1 und mit Jan David im Rücken legte das Schurr-Team einen Fünf-Tore-Lauf auf 18:14 (37., Steffens per Kempatrick) hin. Davon ­sollten sich die Gäste nicht mehr richtig erholen. „Wir haben in fünf Minuten das Spiel komplett aus der Hand gegeben“, merkte dann auch TSG-Coach Job an.

Danach hielten die Kornwestheimer den Abstand stabil bei drei bis vier Toren. Bei den Haßlochern war es in dieser Phase Elvijs Borodovskis im rechten Rückraum, der seine TSG mit dreien seiner vier Treffer noch in so etwas wie Schlagdistanz hielt. In der 43. Minute legte der SVK aber nochmals einen Zahn zu. In Unterzahl ­gelang Jan Hellerich das 23:19, abermals der Ex-Schmidener sowie Felix Kazmeier und der diesmal etwas blasse Peter Jungwirth mit seinen beiden Treffern aus dem Feld sorgten für die 27:19-Führung (50.). Das war die endgültige Entscheidung. Am Ende durfte Christian Wahl, der dem SVK nun bis zum Winter aufgrund eines Studienaufenthalts in Schanghai fehlen wird, den letzten Treffer des Abends zum 31:24-Endstand erzielen.

„Es war ein geiles erstes Heimspiel“, freute sich Alexander Schurr. Er zollte seiner jungen Mannschaft großen Respekt dafür, trotz der Fehlwurfflut in der ersten Hälfte ruhig geblieben zu sein. „Ja, und Jan David? Das ist so etwas wie eine Cinderella-Story, oder?“ Es spreche aber auch für das Team, dass man dem 22-Jährigen ein solches Vertrauen schenken könne.

Und Tobias Job? Der sprach von den Kornwestheimern als verdiente Sieger und hoffte, dass sein Team am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen den TuS Fürstenfeldbruck wieder ein anderes Gesicht zeigen wird – „am besten das von unserem Auftaktsieg gegen Balingen 2“. Er habe sich eigentlich gewünscht, dass die TSG nach der Pause das Heft in die Hand nehme und mehr Konstanz zeige. Das gelang den Kornwestheimern, die am kommenden Wochenende in Oppenweiler spielen, um Längen besser. SV Kornwestheim
Welz, David, Huber – Scholz (3), Wahl (2), P. Jungwirth (3/1), Zeppmeisel, Kugel (2), Kazmeier (4/2), Tinti, Schoeneck (3), Steffens (3), Hellerich (5), Hiller (3), Flügel (3)

Artikel bewerten
0
loading
 
 

Sonderthemen