Handball Nächste Sensation für die Rumpftruppe?

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Kornwestheim im Anflug: Der ersatzgeschwächte SVK (hier mit Christian Wahl, am Ball) geht mit breiter Brust ins Auswärtsspiel beim Tabellenführer. Foto: Archiv/Ralf Porkert

Kornwestheim - Die Situation bei den Drittligahandballern des SV Kornwestheim ist fast schon paradox. Verletzungsbedingt fehlt dem Tabellenachten von Coach Alexander Schurr der halbe Kader. Dennoch geht der SVK am Samstag um 19.30 Uhr mit breiter Brust ins Auswärtsspiel beim fast übermächtigen Tabellenführer TuS Fürstenfeldbruck. Wie kann das sein?

Rückblick: Am vergangenen Samstag lieferten die dezimierten Kornwestheimer beim Tabellenzweiten TuS Dansenberg ein (Trainerzitat) „Spiel, das viele der Jungs in ihrer Karriere nicht vergessen werden“. Der SVK siegte mit 36:33 (21:16), die Akteure hatten alles aus sich herausgeholt. „Wir haben uns noch über die Heimniederlage gegen Oppenweiler geärgert“, sagt Schurr jetzt, am Donnerstagmittag, „vielleicht hat uns das die notwendige Extra-Energie gegeben.“

Und der Sieg in der Pfalz, hat der nun abermals neue Kräfte freigesetzt? „Wir wissen natürlich, dass die Herausforderung am Samstag noch mal ein Stück größer ist“, so Schurr. Denn Fürstenfeldbruck galoppiere derzeit mit viel Rückenwind durch die Liga. Allerdings meint der SVK-Coach ausgemacht zu haben, dass sich der TuS in Heimspielen zuletzt etwas schwerer getan habe als auswärts. „Vielleicht ist der Druck zuhause noch mal ein Stück größer“, mutmaßt er. Immerhin soll es für das Team von Trainer Martin Wild tatsächlich in Liga 2 gehen.

Druck hin, Aufstiegsambitionen her – das Personal, über das die Bayern verfügen, ist top. Da wäre zunächst Fürstenfeldbrucks bester Werfer Felix Kerst. Der Linksaußen steht mit 104 Treffern (davon 36 Siebenmeter) auf dem siebten Rang der Drittligatorschützenliste. „Er ist auch ein starker Gegenstoßspieler“, urteilt Schurr. Die Rückraumachse wird angeführt von Johannes Stumpf, der bereits 72 Mal eingenetzt hat. Ihm zur Seite stehen der zweitligaerfahrene Falk Kolodziej, Sebastian Meinzer, Korbinian Lex und Alexander Leindl – allesamt oberste Güteklasse der Drittliga-Südstaffel.

„Wir werden mit der gleichen Einstellung und auch Vorstellung ins Spiel gehen wie schon in Dansenberg“, kündigt Schurr an. Er wünscht sich – mindestens – nach der Begegnung mit erhobenem Haupt die Halle verlassen zu können. Seine Mannschaft sei nicht unter Zugzwang, auch wenn er nichts von einem „entspannten“ Spiel wissen will.

Fakt ist, dass sein Team erneut nur aus einem Rumpfkader bestehen wird. Peter Jungwirth (Rechtsaußen, Sprunggelenk), Axel Steffens (Rückraum, Achillessehne), Tim Scholz (Rückraum, Kreuzbandriss), Hendrik Schoeneck (Rückraum, Schienbeinbruch), Fabian Kugel (Linksaußen, Schulter) und Kapitän Christopher Tinti (Rückraum, Nasenbeinbruch) fallen weiter aus. Ob es Verstärkung aus der zweiten Mannschaft geben wird, die zeitgleich ihr Landesliga-Auswärtsspiel beim VfL Waiblingen 2 bestreitet, steht noch nicht fest. Zumindest der junge Linksaußen Marco Lantella, in Dansenberg mit drei Treffern, soll wieder ins Drittligateam rücken. Dass Jakob Jungwirth erneut aushilft, ist unwahrscheinlich.

„Wir werden wieder alles aus der kreativen Handball-Trickkiste rausholen, was möglich ist“, kündigt Schurr zum Schluss noch an. In Dansenberg war das als eines von vielen Beispielen das Spiel mit beiden Kreisläufern gleichzeitig. „Da gibt es ein paar Möglichkeiten. Und wir werden sie alle ausprobieren.“

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