Handball Plan des Verbands gibt Sicherheit – und wirft weitere Fragen auf

Von
Wie geht’s für Peter Jungwirth (rechts) und Co. weiter? Noch bleiben einige Fragen. Foto: Archiv/Peter Mann

Kornwestheim - Der Deutsche Handballbund (DHB) ändert in der Corona-Pandemie für seine vier Drittligastaffeln den Modus. Wie der Bundesrat des DHB am Mittwochabend bekannt gab, wird es in der – derzeit unterbrochenen – Saison keine Absteiger geben. Fest steht außerdem, dass die Spielzeit nicht mehr nach altem Muster zu Ende geht.

Der Modus

Es wird unter sämtlichen 72 Teams aus den vier Drittligastaffeln eine freiwillige Aufstiegsrunde geben, für die sich die Vereine noch bis zum Montag, 1. März, melden und bis zum 31. März ihre Lizensierungsunterlagen einreichen müssen. Der Modus dieser Runde wird noch festgelegt, je nach Anzahl der Teilnehmer. Für die restlichen Teams ohne Aufstiegsambitionen plant der DHB eine Runde, in der sich die Mannschaften für den DHB-Pokal qualifizieren können. Die Partien sollen im April starten, auch hier hängen das System und die Verteilung der Qualiplätze von der Teilnehmerzahl ab. Denkbar sind laut Verband auch mehrere Runden. Die Clubs haben aber auch die Möglichkeit, den Spielbetrieb bis zur neuen Saison vollends ruhen zu lassen und erst dann wieder ins Geschehen einzugreifen. Ein Schaden werde laut DHB keinem Verein entstehen. Testspiele sollen ebenfalls möglich sein, aber wohl nur drittligaintern. Die Spielzeit 2021/2022 startet dann wahrscheinlich früher als gewohnt, nämlich Mitte/Ende August.

Der SVK

Dass der SV Kornwestheim an der Aufstiegsrunde teilnimmt, haben die Vereinsverantwortlichen bereits ausgeschlossen. Ob sich der SVK in der DHB-Qualirunde wiederfinden wird, das diskutiert die Abteilungsspitze zurzeit. Der Sportliche Leiter Mirko Henel sagt aber: „Wenn Mitte oder Ende April gestartet werden soll und Ende Mai schon wieder Schluss ist, wird das sehr, sehr eng.“ Er verweist auf die Vorbereitung, die bei einem Saisonbeginn im August bereits Mitte Juni starten müsse. „Was ist mit einer Pause?“, fragt er. Dass der DHB nun aber einen Plan präsentiert habe, findet Henel gut. „Es gibt keine Absteiger, es gibt noch die Aussicht auf einen Wettbewerb – ob das aber terminlich und sportlich Sinn macht, ist die andere Frage“, fasst er zusammen.

Die Probleme

Tritt der SVK in der Pokal-Quali an, muss sich der Verein die Frage stellen, ob er das finanziell überhaupt stemmen kann. „Es fallen dann wieder Reise-, Schiri-, Hallen- und vor allem die neuen Testkosten an“, zählt Mirko Henel auf. „Wir würden dann wieder dreimal in der Woche trainieren und einmal spielen, da kommen fast 500 Euro pro Woche zusammen.“ Man müsse sich fragen, ob sich das überhaupt rechne.

Die Anderen

Aus der 3. Liga Süd ist zu vernehmen, dass drei Teams um den Aufstieg in die Zweitklassigkeit spielen wollen. Da wäre der TSB Heilbronn-Horkheim, dessen Vorsitzender Michael Roll sich werbewirksam beim Einwerfen der Unterlagen in den Briefkasten ablichten ließ. Den nicht unerheblichen Betrag für die Zweitliga-Lizenz wird wohl außerdem der VfL Pfullingen aufbringen, der im Sommer 2020 noch eine Crowdfunding-Kampagne zur Rettung des Handballs im Verein gestartet hatte – Zusammengekommen waren knapp 30 000 Euro. Hinzu kommt wahrscheinlich noch der TV Willstätt aus Südbaden. Wie Mirko Henel weiß, stehen bisher insgesamt elf Teilnehmer aus den vier Ligen fest. Wer in der Quali-Runde zum Pokal antritt, ist noch offen.

Die Alternative

Test- und Freundschaftsspiele sollen dann ebenfalls wieder erlaubt sein. Es ist also denkbar, dass sich ein paar Vereine zusammenfinden und ein inoffizielles Turnier untereinander austragen. „Natürlich würde das dann aber nicht in Konkurrenz zum DHB stehen und man würde auch sicherlich keinen bestimmten ‚Cup‘ ausrufen“, betont Mirko Henel. Man habe in der Umgebung aber definitiv einige hochkarätige Teams, wie zum Beispiel den TV Plochingen oder den HC Oppenweiler/Backnang – bei beiden Mannschaften sind überdies ehemalige Kornwestheimer am Ball. „Für die Zuschauer wäre das sicher cool“, so Henel, „aber aus sportlicher und vereinspolitischer Sicht wäre es eine echte Herausforderung.“

Die kommende Saison

85 Drittligisten sind maximal möglich – je nachdem, wie viele Teams aus der 2. Bundesliga absteigen und wie viele sich am Ende an den Aufstieg trauen. Es werden de facto einige weniger werden. Dennoch gibt es künftig mehr Staffeln als die bisherigen vier. Größen von zwischen acht und zwölf Teams sind im Gespräch, es könnte zu Playoffs kommen. „Das wäre sicher nicht unattraktiv, aber auch nicht einfach“, so Henel.

Artikel bewerten
0
loading
 
 

Sonderthemen