Handball SVK gelingt ein „kleines Handballwunder“

Von
Voll auf der Höhe: Marco Lantella steuerte drei Tore zum Sieg des SVK bei. Foto: Ralf Porkert

Kornwestheim - Ein Spiel, das viele der Jungs in ihrer Karriere nicht vergessen werden“, so beschrieb Cheftrainer Alexander Schurr den 36:33 (21:16)-Erfolg seiner SVK-Handballer am Samstagabend beim TuS Dansenberg. Und auch für sich selbst sei der Auswärtssieg das wohl prägendste Spiel seiner noch jungen Trainerkarriere gewesen, gestand der SVK-Coach, der sich mit seinem Team auf den achten Platz in der 3. Liga Süd verbesserte.

Dass Alexander Schurr am Sonntag­vormittag immer noch vollkommen unter Strom stand, lässt vermuten, was sich am Vorabend in der Sporthalle Dansenberg abgespielt hatte. Gegen die wohl heimstärkste Mannschaft der Liga zu gewinnen: „außergewöhnlich!“ 36 Tore gegen eine der besten Abwehrreihen zu werfen: „eigentlich nicht zu glauben!“ Mit nur neun gesunden Feldspielern so eine Leistung abzuliefern: „Da fehlen mir immer noch die Worte!“, kommentierte der 39-Jährige die Geschehnisse des Vorabends.

Schurr-Team führt mit neun Toren

Als die Kornwestheimer vor der Partie aus dem Mannschaftsbus stiegen, hatte der Kader noch eine normale Größe, die aber schnell dezimiert wurde. Denn die mit­gereisten Verletzten nahmen allesamt auf der Tribüne Platz. Und auf dem Spielfeld waren gerade einmal sieben Feldspieler aus dem Aufgebot, Marco Lantella und ­Jakob Jungwirth von der zweiten Mannschaft halfen zudem aus. „Das war schon ein komisches Bild, aber die Spieler auf der Tribüne haben uns noch einmal einen Schub gegeben“, sagte Alexander Schurr.

Und diesen Schub nutzte der SVK, bei dem Christian Wahl, Felix Kazmeier und Jan Reusch den Rückraum bildeten. Der erst 19-jährige Lantella und der gleichaltrige Tim Zeppmeisel starteten auf den Außenpositionen. Dank eines 7:1-Laufs in der Anfangsviertelstunde erhöhten die Gäste den Vorsprung auf sieben Tore (12:5/13. Minute). Und als sein Team nach 20 Minuten mit neun Treffern führte, stand Alexander Schurr ungläubig am Spielfeldrand. „Sie haben uns zu Beginn der Partie vollkommen unterschätzt“, ­sagte der SVK-Trainer, wohl wissend, dass das Spiel noch 40 Minuten dauern werde. „Mir war klar, dass Dansenberg nicht so weiterspielen würde“, sagte Schurr.

So kam es dann auch: bis zur Halbzeitpause drückten die Gastgeber den Vorsprung des SVK auf fünf Treffer (21:16). Und nach Wiederangriff lief dann die ­Offensivreihe des Clubs aus dem Kaiserslauterner Stadtteil heiß. Mit sechs Treffern in Serie arbeitete sich die TuS beim Stand von 23:22 bis auf einen Treffer heran (39.). Doch auch in der prekären Phase hatte Alexander Schurr noch ein Ass im Ärmel. Mit Jan Hellerich brachte der SVK-Trainer einen zweiten Kreisläufer, Jakob Jungwirth agierte als Alternative im Rückraum. Und der taktische Kniff funktionierte: Bis zur 52. Minute setzten sich die Kornwestheimer wieder auf fünf Tore ab (33:28.). „Wir haben alles aus der taktischen Trickkiste geholt und es hat funktioniert“, blickte Schurr zurück.

Jan David glänzt in der Schlussphase

Und als die Gastgeber in der entscheidenden Phase ihre Schlussoffensive starteten, wuchs auch Gäste-Keeper Jan David über sich hinaus. In den letzten Minuten der Partie parierte der 23-Jährige drei Siebenmeter und habe somit seiner Leistung das Sahnehäubchen aufgesetzt, unterstrich Schurr. Als dann endlich die Schlusssirene hallte, bekamen die Spieler um Felix Kazmeier, der starke zehn Tore beisteuerte, kaum noch die Arme zum Jubeln hoch. „Wir sind über unsere Grenzen gegangen und haben uns mit einem kleinen Handballwunder belohnt“, fasste Alexander Schurr die Leistung seines Teams, das am Samstag, 25. Januar, beim TuS Fürstenfeldbruck antritt, zusammen. SV Kornwestheim Welz, David – Kaz­meier (10/4), Wahl (7/2), Reusch (4), Hiller (4), Lantella (3), Zeppmeisel (3), Flügel (2), Hellerich (2), J. Jungwirth (1)

Artikel bewerten
2
loading
 
 

Sonderthemen