Handball SVK mit Remis gegen Willstätt

Von Lars Laucke
Der Dank der Kollegen war Niko Henke (Mitte) nach der dem dramatischen Finale der Partie gewiss. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Wenn beim Stand von 30:30 fünf Sekunden vor Schluss der gegnerische Kreisläufer zentral frei zum Wurf kommt, „dann hat man das Spiel eigentlich verloren“, sagte Trainer Alexander Schurr nach der Partie der Drittliga-Handballer des SV Kornwestheim gegen den TV Willstätt. „Doch eine Heldentat von Niko Henke verhindert die Niederlage“, wusste der SVK-Coach, bei wem er und die ganze Mannschaft sich zu bedanken hatten. Henke hatte auch zuvor schon in mehreren Situationen Würfe entschärft, die das Spiel wohl zu Gunsten der Gäste entschieden hätten. „Ich habe das aber nicht als Druck gesehen, dass ich die Dinger unbedingt halten muss. Für mich war es eher eine Chance. Ich hatte ja im diesen Momenten nichts zu verlieren“, erklärte der Keeper später, als er die Ehrung zum „Man of the Match“ seines Teams entgegennahm.

Henke Spieler des Spiels

Auch auf der anderen Seite war es der Mann zwischen den Pfosten, der vom Trainer als bester Spieler ausgezeichnet wurde. Maxime Duchene schien lange Zeit der Matchwinner für die Gäste zu sein. Immer wieder entschärfte er die Kornwestheimer Würfe, während der in der ersten Halbzeit im SVK-Tor stehende Jan David kaum eine Hand an den Ball brachte. „Es waren aber auch fast nur freie Würfe, die da auf sein Tor kamen. Er tat mir fast schon leid“, gab Alexander Schurr zu bedenken. Immer wieder kamen die Willstätter über die erste und zweite Welle zu Treffern, weil die Kornwestheimer Abwehr nach dem doppelten Wechsel von Angriff zu Abwehr noch nicht wieder sortiert war. „Ich hatte eigentlich gedacht, dass wir uns darauf eingestellt hatten. Wir haben in der ersten Halbzeit gar keinen Zugriff gehabt“, räumte Schurr ein.

Das Gefühl der Freude war bei Alexander Schurr direkt nach der Partie „jetzt vielleicht nicht ganz so aktiv. Aber wir müssen uns freuen, denn wir liegen ja fast die ganze Zeit hinten und hätten um ein Haar wieder mit einem Tor verloren.“ Bereits drei Heimspiele hat der SVK in dieser Saison mit nur einem Treffer verloren, „und da haben wir jedesmal deutlich besser gespielt. Deshalb ist die Freude auch nicht so groß, weil ich mit unserem Spiel heute sehr unzufrieden bin. Handball ist ein fehlerorientierter Sport, es gewinnt meist die Mannschaft, die weniger Fehler macht – und wir haben heute wahnsinnig viele Fehler gemacht.“

Fehlpass kostet um ein haar den Punkt

Der letzte hätte um ein Haar auch den einen Punkt gekostet. Denn eigentlich hatte der SVK den vermeintlich letzten Angriff, leistete sich aber 15 Sekunden vor Schluss einen Fehlpass ins Seitenaus. Nur so kam es überhaupt noch dazu, dass Henke seine „Heldentat“ vollbringen konnte und musste. Für den humoristischen Schluss- und Höhepunkt des Abends sorgte dann aber Gäste-Trainer Ole Andersen: „Ich bin froh über unsere Leistung und glücklich, dass wir hier in Kornwestheim einen Punkt geholt haben. Dennoch werde ich heute Nacht nicht schlafen können. Ich werde wohl eine blaue Pille einwerfen und zur Nachbarin gehen – meine Frau ist gerade in Dänemark.“

Aufstellung: David, Henke – Jungwirth (1), Scholz, Reusch(2), Zeppmeisel, Kugel (1), Kazmeier (12/9), Tinti (3), Schoeneck (1), Hellerich, Lantella (2), Lehmkühler, Döll, Hiller, Flügel (8).

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