Handball SVK muss sich den Meistertitel erkämpfen

Von
Das Meisterstück gemacht: die Handballer des SVK Foto: Horst Dömötör

Handball - Vor dem Anpfiff des vorletzten Oberliga-Heimspiels der ersten Handball-Herrenmannschaft des SV Kornwestheim hat das zweite Frauenteam des Vereins den Meisterwimpel für den Titelgewinn in der Kreisliga B überreicht bekommen. Anschließend haben auch die Herren ihr Meisterstück gemacht. Nach dem 33:26 (13:12)-Sieg gegen den Tabellenzehnten TSV Blaustein kann keiner mehr die Truppe von Trainer Hans Christensen vom ersten Tabellenplatz verdrängen.

Dabei hatte es in der ersten Halbzeit der Partie noch ausgesehen, als würde die bislang weiße Weste der Kornwestheimer in der Osthalle den ersten Flecken bekommen. Abgesehen von einem Unentschieden gegen den Tabellenzweiten TSV Neuhausen/Filder hatte die SVK-Sieben bislang alle Heimspiele gewonnen. Die Gäste aus dem Großraum Ulm, die als Aufsteiger ihr Saisonziel Klassenverbleib bereits vor dem Anpfiff erreicht hatten, schienen jedoch den Kornwestheimern die Meisterfeier verderben zu wollen. Mit einer äußerst aggressiven Abwehr machten sie es den Gastgebern vor knapp 500 Zuschauern schwer, zum Torerfolg zu kommen. Zudem schien das Christensen-Team, das auf die verletzten Jakob Jungwirth, Tim Schopf und Dominic Schaffert verzichten musste, keinen Glückstag erwischt zu haben. Hendrik Schoeneck traf nach einer Minute nur den Pfosten und Peter Jungwirth, der die Torschützenliga der Oberliga anführt, verfehlte nicht nur mehrmals mit seinen Würfen von Rechtsaußen das Tor, sondern vergab auch einen Siebenmeter und scheiterte zudem zweimal bei einem Tempogegenstoß ganz allein vor Gästetorwart Yannik Ruhland, der sich allerdings auch in starker Form präsentierte. Somit sahen sich die erfolgsverwöhnten Kornwestheimer nach einer Viertelstunde mit einem genauso ungewohnten wie unerwarteten 3:8-Rückstand konfrontiert.

Aber die SVKler ließen deshalb nicht die Köpfe hängen. Simon Lorenz verkürzte auf 4:8 und Torwart Tobias Tauterat parierte einen Siebenmeter von Philipp Frey, der trotzdem mit elf Toren, darunter sechs per Strafwurf, wieder zum besten Schützen der Gäste wurde. Nun fand auch Peter Jungwirth wieder zu seiner Normalform und traf zweimal von Rechtsaußen. Nachdem Tim Scholz zwei Siebenmeter verwandelt hatte, war der Ausgleich nach 24 Minuten beim 8:8 schon wieder geschafft. Zur Pause lagen die Gastgeber dann beim 13:12 auch wieder vorne.

Aber auch nach dem Seitenwechsel blieb der Aufsteiger aus der Württembergliga lange Zeit dran. In der 48. Minute war für den TSV Blaustein beim Spielstand von 23:22 noch alles möglich. Dann jedoch erhöhten Simon Lorenz sowie Peter Jungwirth mit zwei Treffern auf 26:22. In den kommenden Minuten konnte der TSV nicht mehr nachlegen und geriet mit dem 30:24 vier Minuten vor Schluss vorentscheidend mit sechs Toren in Rückstand. Am Ende waren es beim 33:26 sogar sieben Treffer Differenz.

Die letzten zehn Sekunden zählten die bereits stehenden Zuschauer auf die Tribüne genüsslich herunter, nachdem sie zuvor bereits das Lied „Oh, wie ist das schön“ angestimmt hatten. Nach der Schlusssirene kannte der Jubel auf dem Spielfeld und beim Publikum keine Grenzen mehr. Den unglücklichen und knappen Abstieg aus der dritten Liga im vergangenen Mai hat das SVK-Team mit dem verdienten Meistertitel in der Oberliga sofort wieder vergessen lassen.

Sofort wurden die weißen Meister-T-Shirts an die Spieler verteilt, die ihren Trainer Hans Christensen vor Freude in die Luft warfen. Der wiederum sorgte später bei der öffentlichen Pressekonferenz im Hallenfoyer für eine Überraschung, Zunächst lobte er seine Schützlinge: „Es zeugt von der Qualität der Mannschaft, dass sie nach dem Abstieg sofort wieder aufsteigen. Nun haben wir noch zwei Spiele. Die wollen wir auch gewinnen.“ Als Christensen wie immer den Spieler des Tages benennen sollte, meinte er trocken: „Ich bin als Trainer Meister geworden, wir sind aufgestiegen. Ich nominiere mich selbst.“ Dem Johlen der Zuschauer war zu entnehmen, dass keiner etwas dagegen hatte.

 
 

Sonderthemen