Handball SVK schrammt am Punkt vorbei

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Endlich wieder Live-Handball: Die Ränge in der Sporthalle Ost waren am Samstagabend gut gefüllt. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Bis zur letzten Minute war alles möglich am Samstagabend in der Sporthalle Ost für den Handball-Drittligisten SV Kornwestheim. Sieg, Niederlage, Unentschieden. Die Zuschauer gaben entsprechenden Support – mit Trommeln, Klatschen und Anfeuerungen trieben sie ihr Team nochmals an, genossen das Live-Erlebnis nach langer Pause. „Es war großartig, endlich wieder vor Publikum zu spielen. Wir haben gebrannt und sind mit Power und Leidenschaft ins Spiel“, sagte SVK-Trainer Alexander Schurr.

300 Fans in der Halle

Ja, die Sehnsucht war groß unter den Handballfans nach der langen Auszeit, und 300 fanden den Weg in die Halle. Sie wurden mit einem sehr ansprechenden Spiel belohnt. Nervenkitzel inklusive. Zehn Sekunden vor Schluss führte Pfullingen durch Kreisläufer Alexander Schmid mit 33:32, als Kornwestheim quasi mit der Schlusssirene noch der Ausgleich gelang. Der Jubel der Anhänger währte aber nur kurz – die Schiedsrichterpaarung Nicolas Jaros und Felix Thrun erkannte den Treffer aufgrund eines vermeintlichen Stürmerfouls nicht an. Letztlich gewann der VfL Pfullingen die Partie mit 33:32 (12:16), während das Team von Alexander Schurr nach einer guten Leistung mit leeren Händen vom Feld gehen musste.

Dem Jubel folgte Stille. Die Spieler saßen danach mit hängenden Köpfen in der Kabine. Enttäuscht. Frustriert und mit dem Wissen, dass viel mehr möglich gewesen wäre beim ersten Heimspiel der Saison. Derart knapp zu verlieren, das tut immer weh. „Das war hart. Da ist viel Aufbauarbeit gefragt diese Woche“, sagte der sportliche Leiter Mirko Henel, der sich während des Spiels um den Live-Ticker kümmerte. Die erste Halbzeit dürfte dem SVK-Verantwortlichen viel Spaß gemacht haben, denn angeführt vom überragenden Spielgestalter Jan Reusch lagen die Lurchis stets in Führung. „In dieser Phase haben wir vieles richtig gemacht“, sagte Schurr. Die Leistung in der ersten Hälfte war umso beachtlicher, da mit Peter Jungwirth einer der besten Rechtsaußen der Liga wegen einer Einblutung in der rechten Wade nicht antreten konnte. Auch nach der Pause durfte Henel zunächst Tor um Tor seines Clubs vermelden – zwischenzeitlich lag der SVK sogar mit sieben Toren in Front. Und dann entglitt Kornwestheim die Partie.

Enttäuschung ist groß

Der Frust saß tief beim impulsiven Coach. „Ich bin sehr enttäuscht. Jetzt muss ich das Team erst einmal in Ruhe lassen, und am Montag bereiten wir uns dann auf das Spiel gegen Fürstenfeldbruck vor“, sagte Schurr. Dennoch tauchte der Trainer auch gleich in die Analyse ein, weshalb es beim ersten Heimspiel der Saison wieder einmal nicht gereicht hat gegen die favorisierten Pfullinger. „Es muss in allen Mannschaftsteilen passen, wenn du so ein Spiel gewinnen willst“, sagte Schurr. Nur acht Paraden des Torwarts in 60 Minuten seien letztlich zu wenig gewesen und hätten dem Team nicht den erhofften Rückhalt gegeben. Allerdings verloren mit voranschreitender Spielzeit nicht nur der Schlussmann, sondern auch seine Vordermänner etwas den Zugriff. Abspielfehler luden die Pfullinger ins Tempospiel ein. Es war wie so oft im Handball, wenn einer ins Straucheln gerät, schwankt bald die ganze Truppe. Immer mehr technische Fehler schlichen sich ein, schlecht platzierte Würfe sowie Fehlpässe.

In der ersten Halbzeit war es genau andersherum. Da war bei Pfullingen viel Sand im Getriebe. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte deutete nichts auf einen Pfullinger Sieg hin. Danach verteidigte der VfL offensiver und zwang die Kornwestheimer zu Fehlern. Die Mannschaft von Trainer Daniel Brack hat ambitionierte Ziele. Bereits letzte Runde nahm sie an der Aufstiegsrunde in die 2. Bundesliga teil. Das Ziel von Kornwestheim ist ein Platz in den Top Sechs, um die Abstiegsrunde zu vermeiden. Die nächsten Punkte dafür können am kommenden Samstag beim Zweitligaabsteiger Fürstenfeldbruck gesammelt werden.

Aufstellung: Henke, David – Scholz (2), Zeppmeisel, Reusch (7), Kugel (1), Kazmeier (9/3), Tinti (5), Schoeneck, Lantella (1), Lehmkühler, Döll (2), Hellerich, Hiller (3), Flügel (2)

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