Handball SVK trainiert wieder – Profifrage weiter ungeklärt

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Die Handballer des SVK trainieren wieder. Foto: Archiv/Pixabay

Kornwestheim - Mirko Henels Sicht der Dinge ist geprägt von Unsicherheit. „Wir dürfen jetzt erst einmal weitermachen, was beruhigend ist“, sagt der Sportliche Leiter der Drittliga-Handballmannschaft des SVK. Soll heißen: Als Drittligist darf das Team den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen. Der Grund: Das Land Baden-Württemberg hat sich in seiner neuen Corona-Verordnung der Sichtweise des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) angeschlossen. Dieser gibt an, dass „alle Kaderathletinnen und -athleten sowie die 1. bis 3. Ligen in allen olympischen und nicht-olympischen Sportarten, die vierte Liga im Männerfußball sowie nationale und internationale Sportveranstaltungen, an denen professionelle Sportlerinnen und Sportler teilnehmen, unter die Definition Profisport fallen“. Und der Profisport darf bekanntlich weitermachen.

„Wir müssen dabei aber trennen zwischen dem, was erlaubt ist, und dem moralischen Aspekt“, gibt Mirko Henel zu bedenken – und teilt damit die Sichtweise von Mannschaftskapitän Christopher Tinti, der selbst jüngst an Covid-19 erkrankt war. Mit anderen Worten: Eine Profimannschaft ist der SVK sicher nicht. Das SVK-Team besteht aus zahlreichen Studenten, einige Beamte und sonstige Berufstätige sind auch dabei. Neben den gesundheitlichen Faktoren hat Henel unter anderem auch die Arbeitgeber der Spieler im Blick. „All das müssen wir berücksichtigen. Eine leichtfertige Erkrankung eines Spielers wäre auch bei dessen Arbeitsstelle nur schwer zu vermitteln.“

In der kommenden Woche soll eine Entscheidung seitens des Deutschen Handballbundes (DHB) fallen, wie es weitergeht. Während der Spielbetrieb in der Liga auf jeden Fall bis Mitte des Monats ruht, teilt man jedoch die Kornwestheimer Ansichten andernorts nicht. Beim Ligakonkurrenten TV Willstätt zum Beispiel tut man eine ganz andere Meinung kund. „Unsere 3. Liga ist als Profiliga einzustufen. In unserem 15-Mann-Kader haben wir mit Petar Bubalo, Dinko Dodig und Josip Kvesic drei Vollprofis und neun Studenten, die mit Handball ihr Studium und ihren Lebensunterhalt finanzieren. Dazu kommt Trainer Ole Andersen“, prescht der dortige Handball-Chef Rainer Lusch vor, festgehalten auf dem Online-Portal www.handball-server.de.

Solche Aussagen überraschen SVK-Trainer Alexander Schurr dann doch. Seine Kornwestheimer, ein Profiteam? „Nein, und das waren wir auch nie“, sagt er. Nachdem seine Mannschaft am Donnerstagabend erstmals wieder trainiert hat, spricht aus ihm zunächst der Sportler: „Es war kein mulmiges Gefühl, alle haben Lust auf Handball.“ Man achte auf die Vorgaben und sei froh, wieder zusammenkommen zu dürfen.

Doch auch Schurr ist sich der Ambivalenz der aktuellen Diskussion bewusst. „Man muss jetzt mit sehr viel Augenmaß agieren“, sagt der Übungsleiter. „Was ist vertretbar? Wie kann die Saison überhaupt über die Bühne gebracht werden?“ Schurrs Kritikpunkt bereits vor der Saison war die Größe der Ligen. „Die 18er-Staffeln waren von Anfang an Harakiri“, sagt er. Für den DHB sei es nun wichtig, ein aussagekräftiges Stimmungsbild unter den 72 Drittligisten einzuholen. „Viele lugen erst einmal nach rechts und links, bevor sie sich äußern.“

Spendenlauf
Aufgrund der Corona-Pandemie fallen den Vereinen viele Einnahmen weg, was sie in existenzielle Schwierigkeiten bringt. Der SVK ist nun beim Vereins-Spendenlauf dabei. Nachdem man sich angemeldet hat, kann man seinen Lauf noch bis zum 15. November online auf dem Meldeportal eintragen. „Aufgrund der geltenden Regelungen bezüglich Corona läuft jeder für sich selbst, aber alle laufen für den Verein“, heißt es in der Ausschreibung. Der SVK schreibt: „Es ist dabei ganz egal, ob Du wirklich läufst oder nur ‚in Gedanken’ unterwegs bist.“ Den Link zum Spendenlauf, zu den Strecken und der Eingabemöglichkeit eines Spendenbetrags gibt es auf der Internetseite des SVK oder über die Facebookseite des Vereins.

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