Handball Unsicherheit beim SVK bleibt

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Schieflage? Lange wird der SVK um Jan Reusch (am Ball) mit Geisterspielen nicht durchhalten können. Foto: Archiv/Mateja fotografie

Kornwestheim - Vieles ist noch vage, nur eines steht fest: In den 3. Handballligen wird in diesem Jahr nicht mehr gespielt. Das haben Präsidium und Vorstand des Deutschen Handballbundes (DHB) am Mittwochvormittag beschlossen. Vorangegangen war am Dienstagabend eine große Videokonferenz mit Vertretern aller 72 Drittligisten sowie des DHB. Auch dessen Vorstandsvorsitzender Mark Schober, einst Manager beim TV Kornwestheim, hatte sich online eingeklinkt. Moderiert worden war die virtuelle Zusammenkunft von DHB-Spielleiter Andreas Tiemann.

„Es war wichtig, dass der DHB jetzt ein Stimmungsbild eingeholt hat“, sagt Mirko Henel, Sportlicher Leiter des Drittligateams des SV Kornwestheim. Auch der Rahmen sei absolut angemessen gewesen. 69 Vereine hatten vorab auf die Abfrage des Verbands zu einzelnen Themen reagiert. „Es war ein guter Austausch, aber es ist auch noch sehr viel Glaskugel dabei“, so Henel.

Denn dass der Spielbetrieb im Coronajahr 2020 vollends ruht, ist praktisch die einzige Entscheidung, die nun feststeht. Alles andere sind Überlegungen und Planungen, was der Unvorhersehbarkeit in der aktuellen Pandemielage geschuldet ist. Stand jetzt soll es am Wochenende des 9. und 10. Januar 2021 weitergehen. Voraussetzung dafür ist, dass alle Vereine im Dezember wieder trainieren können. Das darf der SVK zum Beispiel bereits seit vergangener Woche, trotz des Lockdowns im Amateursport. Die 3. Ligen genießen derzeit einen Sonderstatus – ob sie als Profiligen gelten, ist eine weitere Frage, die noch geklärt ist werden muss.

Denn damit hängt zusammen, wie und ob es mit dem Spielbetrieb überhaupt weitergehen wird. Möglich wäre dies nur mit regelmäßigen Coronatests. Und die sind teuer. Der DHB prüft derzeit verschiedene Modelle. Wie zu vernehmen ist, sieht eines davon vor, die Kosten dafür aus dem 200-Millionen-Euro-Topf abzufangen, den der Bund als Corona-Nothilfe für Sportvereine bereitgestellt hat. Spruchreif ist aber noch nichts.

„Für uns bleibt die Lage hier klar: Mit den bekannten Kosten aus den Erfahrungen der 1. und 2. Liga würden wir derzeit an den Rand der Leistbarkeit kommen“, sagt SVK-Abteilungsleiter Andreas Postl. Das habe man entsprechend kommuniziert und sei mit dieser Auffassung auch nicht alleine. Mitte Dezember wollen DHB und Vereine erneut per Videoschalte zusammenkommen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Geht es tatsächlich kurz nach dem Jahreswechsel weiter, schwirren mehrere Möglichkeiten durch den Raum, bei denen es auf jeden Fall Auf- und Absteiger geben soll. Zunächst möchte man die anstehenden Partien wie geplant über die Bühne bringen. Danach sollen die ausgefallenen Partien nachgeholt werden. Eine Möglichkeit wäre, die Runde dann zu beenden, weitere Varianten sehen allerdings verschiedene Play-off-Modelle vor. Eine Entscheidung hierüber hängt nun von der Resonanz der Vereine ab.

Die Spiele sollen, wenn möglich, vor Publikum stattfinden. „Wenn wir die ganze Runde ohne Zuschauer zu Ende spielen sollen“, betont Mirko Henel, „dann wird es irgendwann finanziell knapp.“

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