Handball Verband erlaubt Testspiele – Schurr-Team sucht Gegner

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Beim SVK ist Schluss mit Rumsitzen: Es darf wieder getestet werden. Foto: Marius Venturini

Kornwestheim - Die Nachricht sorgt für Erleichterung: Freundschaftsspiele, Trainingsspiele und Turniere inklusive Beachhandball sind von 25. Juli an wieder zulässig. Das teilt der Handballverband Württemberg (HVW) mit. Außerdem steht fest: Der Spielbetrieb auf HVW-Ebene beginnt nicht vor dem Wochenende des 10. und 11. Oktober. Beide Beschlüsse fasste das Verbandspräsidium jüngst bei seiner Sitzung in Ruit einstimmig – und sorgte damit bei den Vereinen für zumindest teilweise Planungssicherheit.

Natürlich stehen diese Entscheidungen im Zeichen der Corona-Pandemie. Was das zum Beispiel für die Testspiele heißt, präzisiert Hans Artschwager, HVW-Präsident, Vize-Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB) und Sprecher der Landesverbände: „Es muss sowohl bei Trainings- als auch Freundschaftsspielen eine Bestätigung des Halleneigners beziehungsweise der Gemeinde über das Vorhandensein eines genehmigten Hygienekonzepts vorliegen.“ Damit folgt der HVW dem Beispiel des Badischen Handballverbandes, der unter den genannten Bedingungen bereits vor mehreren Wochen Testspiele erlaubt hat. Noch vor gut zwei Wochen hatte HVW-Verbandsmanager Thomas Dieterich auf Nachfrage betont, dass dies derzeit in Württemberg keine Alternative darstelle.

Halleneigner müssen genehmigtes Hygienekonzepte vorlegen

„Wir gehen davon aus, dass es Hygienekonzepte für Trainings- und Freundschaftsspiele sowie Turniere gibt – egal, ob mit oder ohne Zuschauer“, sagt Dieterich nun. Der HVW selbst werde allerdings keine Hygienekonzepte prüfen, das sei Sache der Halleneigner beziehungsweise Gemeinden. Vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs müsse jedoch auf jeden Fall zwingend ein vollständiges Hygienekonzept der Halle (mit Zuschauer) an den HVW übermittelt werden, betont Dieterich. „Sollte dieses bestätigte Hygienekonzept nicht vorliegen, werden die Spiele kostenpflichtig verlegt.“

Alle Beteiligten am Spielbetrieb müssen Einsicht in das jeweilige Hygienekonzept erhalten. Gastmannschaften und Schiedsrichter müssen vorab über Wegeführung und Maßnahmen informiert sein. Diese Ausarbeitungen benötigen, gerade auch über die Sommerferien, Zeit „und diese Zeit möchte der Handballverband Württemberg seinen Vereinen geben“, so Hans Artschwager weiter.

Die Vereine stehen nun vor großen Herausforderungen. Gibt es einfache Lösungen für eine Erfassung der Zuschauer mitsamt Namen und deren Kontaktdaten? Wie sind überhaupt die Gegebenheiten vor Ort in den Hallen? HVW-Vize-Präsident Jugend, Michael Daiber, hat das im Blick: „Die meisten Hallen haben nur einen Eingang und eine Toilette, außerdem sind die Themen Stehplätze und Gastro sehr, sehr schwierig zu handeln.“ An seinem Arbeitsplatz, dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, ist er derzeit fast ausnahmslos mit den Corona-Verordnungen beschäftigt. Handball-Baden-Württemberg, also der Dachverband der drei Landesvereine, gehe deshalb eher den vorsichtigen Weg mit maximal 500 Zuschauern bis Ende Oktober – „Negativbeispiele gibt es ja genügend“.

Alexander Schurr hat Verständnis für die Verbände

Beim Männer-Drittligisten SV Kornwestheim ist man erleichtert, muss nun aber wie viele andere auch zusehen, vielleicht noch kurzfristig Vorbereitungsspiele für die kommenden Wochen vereinbaren zu können. Von Mitte August an geht es für die Mannschaft von Trainer Alexander Schurr ohnehin in Sachen Vorbereitung in die Vollen. Dann ist die eingeplante, kurze Erholungspause vorbei. Drei Vorbereitungsspiele stehen bereits fest: am 21. August beim Baden-Württemberg-Oberligisten TSG Söflingen, am 26. August beim Erstligisten TVB Stuttgart und am 3. September beim Zweitligateam der HSG Konstanz.

„Ich halte die Entscheidung für richtig, Testspiele jetzt zu ermöglichen“, so Schurr, „obwohl es der aktuelle Terminplan der Erst- und Zweitligisten nicht so einfach macht.“ Er habe aber auch Verständnis dafür, dass die Verbände auf Nummer sicher gingen und im Zweifel lieber abwarteten.

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