Handball Verfolgerduell: SVK holt zwei wichtige Punkte

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Durchsetzungsstark: Der SVK und Kapitän Christopher Tinti (am Ball) mussten gegen Pforzheim viel einstecken. Foto: Christine Biesinger

Kornwestheim - Andrej Klimovets hatte schon in der Pause Redebedarf gehabt. Mit der Leistung der Schiedsrichter war der Trainer der TGS Pforzheim ganz und gar nicht zufrieden. Nach Spiel­ende hatte sich das nicht geändert, weshalb der 44-Jährige, der als Spieler unter anderem für die Rhein-Neckar-Löwen und die SG Flensburg-Handewitt insgesamt 400 Bundesligaspiele absolviert hat, gar nichts mehr sagen wollte zum 29:24-Sieg des SV Kornwestheim im Verfolgerduell der 3. ­Liga Süd. Angesichts von zwei Disqualifikationen und insgesamt sieben Zwei­minutenstrafen – der SV Kornwestheim ­erhielt nur eine – ­fühlten sich die Pforzheimer benachteiligt. „Wir haben permanent in Unterzahl gespielt, das hat viel Kraft gekostet. Das waren nicht gerade gute Voraussetzungen“, sagte Betreuer Wolfgang Taafel anstelle von ­Klimovets. „Aber wir haben in der ersten Hälfte auch irrsinnig viele Fehler gemacht, unser Spiel aus dem Rückraum war viel zu drucklos.“

Zwei Rote Karten für die TGS

Die zwei Roten Karten gegen die TGS, die in der Tabelle um einen Platz abgerutscht ist und nun auf Rang 7 steht, seien fragwürdig gewesen, so Taafel. Kreisläufer Michal Wysokinski musste nach seiner dritten Zweiminutenstrafe in der 39. Minute frühzeitig duschen gehen, Yanez Kirschner flog nach einem Foul an Christian Wahl in der 51. Minute vom Platz. Alexander Schurr sagte zur harten, aber vertretbaren Entscheidung gegen Kirschner, der das bis dahin oft kraftlose Rückraumspiel der Pforzheimer in der zweiten Halbzeit belebt hatte: „Aus meiner Sicht trifft er ihn im vollen Lauf von der Seite. Aber zwei Minuten wären wohl auch ok gewesen.“

Der neunte Saisonsieg seiner Mannschaft war letztlich aber hochverdient. Dass sich die Gäste aus Pforzheim so schwer taten, lag vor allem an der „bärenstarken Abwehr“, wie Schurr betonte. Vor allem Florian Taafel hatte der SVK hervorragend im Griff. Teilweise wurde der Spielmacher in Manndeckung genommen. „Wir haben versucht, etwas variantenreicher zu decken“, erläuterte Schurr. Wegen der angespannten Personalsituation besetzte Christian Wahl die Linksaußen-Position.

Bis die SVK-Abwehr aber richtig zupackte, brauchte es ein kleines Bisschen. Bis auf 5:2 (8.) zogen die Gäste davon, ehe sich das Schurr-Team berappelte. Auch in der Folge stand die Pforzheimer Deckung gut, aber auch die SVKler verteidigten mit Erfolg. Dass die TGS so oft in Unterzahl spielte, lag auch an der Härte, die sie an den Tag legte. „Teilweise war das übertrieben“, kommentierte Schurr. Die erste Zeitstrafe gegen Kreisläufer Wysokinski nutzte seine Mannschaft, um das Spiel zu drehen. Das 8:7 (20.) durch Wahl war die erste SVK-Führung des Spiels, zur Pause lagen die Hausherren vor 450 Zuschauern in der Osthalle mit zwei Toren (13:11) vorn. Julius Emrich, der am Samstagabend viel einstecken musste, erhöhte nach der Halbzeit auf 15:11 (32.).

Tinti und Wahl behalten die Nerven

Etwas überraschend ließen die Kornwestheimer Pforzheim zurück ins Spiel kommen. Mit zwei Ballverlusten, die die TGS eiskalt nutzte, ermöglichten sie den Ausgleich (16:16). Ein Viertelstunde vor dem Ende erhöhte Peter Jungwirth, ebenfalls nach einem Schnellangriff, wieder auf drei Tore vor für den SVK (22:19), doch keine drei Minuten später waren die Gäste wieder dran. In der Schlussphase behielt erst Christopher Tinti die Nerven. Als die Schiedsrichter drauf und dran waren wegen Zeitspiels abzupfeifen, übernahm der SVK-Kapitän die Verantwortung (25:23). Ebenfalls ganz ruhig blieb Wahl vom Siebenmeterstrich, als er beim 26:23 den vorentscheidenden Treffer (57.) markierte.

„Ich habe eigentlich nicht gedacht, dass es heute zum Sieg reicht“, resümierte Alexander Schurr. „Gegen so eine Mannschaft muss man erst einmal gewinnen.“

SV Kornwestheim
Beutel, Huber – Awad, Scholz, Steffens, Wahl (7/4), Reusch (3), Jungwirth (5), Tinti (2), Schoeneck (6), Hiller (1), Emrich (2), Flügel (3)

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