Handball Vertragsunterzeichnung auf der Motorhaube

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Neu im Team: Trainer Alexander Schurr (links) und der Sportliche Leiter Mirko Henel (rechts) begrüßen (von links) Nico Henke, Lukas Lehmkühler und Jan Döll. Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Während Fans, Sponsoren und Freunde im Gymnastikraum der Sporthalle Ost mit knurrenden Mägen auf die Weißwürste warten, spielt sich in der Tiefgarage eine verwunderliche Szene ab. Der sportliche Leiter Mirko Henel spaziert unauffällig mit einem jungen Mann im Schlepptau zu seinem Auto. Ein Papier wird auf die Motorhaube von Mirko Henels Fahrzeug gelegt, die Stifte werden gezückt und ein Vertrag unterschrieben. Klingt nach dubiosen Geschäften.

Doch anstößig ist diese Vertragsunterzeichnung keineswegs, sondern es handelt sich um einen seit mehreren Wochen ausgehandelten „Deal“. Mirko Henel stehen Minuten danach noch die Schweißperlen auf der Stirn. Doch auch die Erleichterung und Freude ist in das Gesicht des sportlichen Leiters geschrieben. „Das war jetzt wirklich brandheiß“, sagt er und ergänzt: „Normalerweise sprechen wir erst noch mit den Spielern der Mannschaft und setzen uns zusammen, doch dafür war jetzt leider keine Zeit mehr.“

Die Spieler stört es jedoch wenig, denn der junge Herr ist natürlich schon einige Male im Training dabei gewesen und kein Unbekannter. Bevor der Verein jedoch offiziell die Katze aus dem Sack oder besser gesagt, den Neuzugang vor das Publikum treten lässt, darf – endlich – an der Weißwurst-Theke zugeschlagen werden.

Da mühen sich beispielsweise Torhüter Pascal Welz und Fabian Kugel ab. „Puh, das ist schon eine Herausforderung der anderen Art“, lacht Welz. Fabian Kugel scherzt: „Das hat alles Prinzip, auch wenn es nicht danach aussieht.“ So kämpfen sich die beiden durch die Massen von Weißwürsten und gestehen: „Es macht aber auch richtig Spaß.“

Richtig Spaß macht traditionell auch die kurze Ansprache von SVK-Präsident Gerhard Bahmann. Nachdem die ersten Mägen gesättigt sind, lässt er die Gäste nicht nur an seinen Urlaubserinnerungen teilhaben. Er verbildlicht wunderbar die stolzgeschwellte Brust seiner Gattin, nachdem diese auf dem Flughafen Istanbul bei der Zwischenlandung vom gestrigen Sieg bei den Rhein-Neckar-Löwen erfahren hat und lobt nicht zu Unrecht die Leistung der von Verletzungen geplagten Mannschaft. „Ich ziehe den Hut vor euch“, rühmt er das Team von Alexander Schurr.

Und dann dürfen endlich die Neuen die Bühne betreten. Henel ruft Lukas Lehmkühler und Niko Henke, über deren Verpflichtung der Verein (und die Kornwestheimer Zeitung) bereits in den vergangenen Tagen berichtet hat, sowie Jan Döll, die Spontanunterschrift aus der Garage, auf. Döll dürfte für die Handballkenner auch kein unbekannter Name sein. Der 26-Jährige wechselt von der SG BBM Bietigheim nach Kornwestheim. Anfang Dezember des vergangenen Jahres war Döll allerdings bereits nicht mehr im Kader des Zweitligisten. Kornwestheim interessiert ihn nicht nur, weil er hier sofort herzlich aufgenommen worden ist, sondern auch weil er hier einen jungen motivierten Kader vorfindet. „Hier will jeder besser werden und am sportlichen Erfolg arbeiten, das gefällt mir“, sagt der Neue in der Runde.

An diesem Vormittag gibt es noch viele lobende Worte für das verletzungsgeplagte Team und natürlich Danksagungen an die Sponsoren und wichtigen Ehrenamtlichen. Zudem freut man sich im Verein über die frühen Neuzugänge. Selten könne man so frühzeitig schon auf eine vervollständigte Mannschaft blicken. SVK-Coach Alexander Schurr: „Wir können niemanden eins zu eins ersetzen, aber wir können uns immer weiterentwickeln und jetzt bereits frühzeitig beginnen.“ Abgang Pascal Welz wird dem SVK übrigens noch als Torwarttrainer erhalten bleiben.

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