Kampf gegen den Krebs verloren Selbst zum Sterben ist es zu wenig

Von Anne Rheingans
Trotz ihrer Erkrankungen blieb Simone Z. bis zuletzt positiv gestimmt. Foto: privat

Gesundheitlich ging es Simone Z. schon lange nicht gut. Ihr Tod kam dennoch überraschend schnell. Mit nur 37 Jahren hat die Kornwestheimerin vor Kurzem den Kampf gegen den Krebs verloren. Die Familie hat nun nicht nur mit ihrer Trauer, sondern auch mit einem finanziellen Problem zu kämpfen.

Christina Manassis war mit der Verstorbenen eng verbunden. Die Physiotherapeutin hat sie vor fünf Jahren bei ihrer Arbeit in einer Praxis in Kornwestheim kennengelernt. Dort wurde Simone Z. behandelt, weil bei ihr mit Anfang 20 bereits Multiple Sklerose festgestellt worden war. Wegen der neurologischen Krankheit benötigte sie wöchentlich eine Lymphdrainage und Physiotherapie. „Wir lagen auf einer Wellenlänge und haben uns auf Anhieb richtig gut verstanden“, erinnert sich Christina Manassis.

Sich immer um andere gekümmert

Schnell entstand zwischen den Frauen eine enge Freundschaft. „Sie war immer für mich da“, sagt die Physiotherapeutin. Als ihr Vater im vergangenen Jahr gestorben war, stand Simone Z. ihrer Freundin bei. Dabei hatte sie genug eigene Probleme. Ihre Mutter, ebenfalls eine Multiple-Sklerose-Patientin, lebt in einem Pflegeheim in Kornwestheim. Sie sitzt im Rollstuhl. Auch ihren an Krebs erkrankten Vater unterstützte sie, solange sie konnte. „Sie war ein herzensguter Mensch und hat sich rührend um andere gekümmert“, erinnert sich ihre Freundin.

Körperlich ging es Simone Z. schon vor der Krebserkrankung nicht gut. Die Multiple Sklerose führte bei ihr zu Problemen mit ihren Augen, zu Spastiken und Schmerzen. Ihrem erlernten Beruf als Konditorin konnte sie auch wegen einer Mehlstauballergie nicht mehr nachgehen.

Eine niederschmetternde Diagnose

Im Herbst vergangenen Jahres quälten sie dann zusätzlich Bauchschmerzen. Mit einem schlechten Gefühl wandte sie sich an die Ärzte. Mitte Oktober erhielt sie die niederschmetternde Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs, Metastasen in der Leber, unheilbar. „Trotz ihrer Krankheit ist sie positiv geblieben“, erinnert sich ihre Freundin.

Schon seit Jahren hatte die Kornwestheimerin keinen Urlaub mehr gemacht, denn wegen ihrer Frührente war ihre finanzielle Situation nicht rosig. Auch ihr kranker Lebensgefährte konnte ihr nicht unter die Arme greifen. Doch sie wusste, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. „Wir haben deshalb im Freundeskreis um Geld gebeten, damit Simone ein letztes Mal ihre Tante in Salzburg besuchen konnte“, sagt ihre Freundin.

Freundin gibt ihr ein Versprechen

Vor rund fünf Wochen verschlechterte sich der Zustand der Kornwestheimerin deutlich. Mit Wassereinlagerungen kam die 37-Jährige ins Krankenhaus. „Die Ärzte sagten ihr, dass sie nur noch drei bis sechs Monate zu leben hat.“ In dieser Zeit dachte Simone Z. auch an ihre Familie: Wie sollen ihre ebenfalls finanziell gebeutelten Hinterbliebenen die Beerdigung bezahlen? Christina Manassis versprach, dass sie eine Lösung finden wird, um ihrer Freundin zumindest diese Sorge zu nehmen.

Vor rund vier Wochen startete die Physiotherapeutin eine Spendenaktion im Internet, um die Trauerfeier zu finanzieren. Als die ersten Beiträge eingingen, war die Schwerkranke erleichtert. „Sie war begeistert, dass ihr fremde Leute helfen.“ Doch bevor die Zielsumme erreicht werden konnte, starb die 37-Jährige. Sie wurde am Donnerstag vergangener Woche beerdigt.

Geld für die Beerdigung ist noch nicht beisammen

Mittlerweile sind zwar rund 3000 Euro zusammengekommen. Doch noch fehlt ein vierstelliger Betrag, um die Bestattungskosten von mindestens 5200 Euro zu zahlen. Die Freundin hofft, dass sich weitere Spender finden, bevor die Rechnungen auflaufen.

Spenden werden über die Internetplattform Gofundme angenommen: https://www.gofundme.com/f/simone-in-herzensguter-mensch-muss-gehen .

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