Kolumne Für Nerds und Nostalgiker

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Auch der „Zauberer von Oz“ wird beim Kult-Film-Festival in Kornwestheim zu sehen sein. Ha, ha, kleiner Scherz – natürlich ist das Gandalf aus den Hobbit- und Herr-der-Ringe-Filme Foto: Verleih.

Kornwestheim - Allein schon der Titel geht so richtig kantig bis lässig über die Lippen: „Kultfilme im Capitol“. So lautet der offizielle Name des Nostalgie-Film-Festivals, dass das Kornwestheimer Kino Nummer eins – lässt man das Autokino außen vor – in den kommenden Wochen auf die Beine stellt. Oder besser gesagt: auf die Leinwand wirft.

Man verspricht „Filmklassiker“ aus 80 Jahren, also bis zurück ins Jahr 1940. Es sei an dieser Stelle der Vollständigkeit halber erwähnt, dass keine deutschen Filme mit von der Partie sind, was in Anbetracht „unserer“, nun ja, „Klassiker“ der frühen 40er wohl besser ist. Ein wenig kommentierende Einordnung, wie sie derzeit etwa bei „Vom Winde verweht“ debattiert wird, hätte hier wohl eher nicht ausgereicht.

Stattdessen gibt es unter anderem den „Zauberer von Oz“ aus den USA zu sehen, der aus dem Jahre 1939 datiert und somit sogar schon 81 Jahre auf dem smaragdgrünen Buckel hat. Oder „Singin’ in the rain“: Der Film stammt aus dem Jahr 1952 und handelt vom Hollywood des Jahres 1927.

Nicht verschwiegen werden sollen Casablanca (1942) und Doc Schiwago (1965), wobei hierbei der Terminus „Klassiker“ nicht mehr ausreichend ist. Wir möchten gerne von „Schinken“ sprechen, gut abgehangen dürften die dazu gehörenden Filmrollen noch dazu sein (ja, natürlich, das geht alles digital heute, aber ein deftiges Wortspielchen wird doch noch erlaubt sein, oder?).

Über diese filetgewordenen Leinwandschönheiten hinaus ist „Kultfilme im Capitol“ indes vor allem eines: ein Fest für Nerds. Was man sonst eher aus Großstadt-Cineplexen zu Weihnachten kennt, findet nun auch auf Korny Island Raum: Film-Marathons! Wer will, kann sich alle drei Hobbit-Filme (27. Juni) oder alle drei Herr-der-Ringe-Filme (18. Juli) an einem Tag anschauen. Oder alle acht Harry-Potter-Filme – nein, nicht an einem Tag, sondern an acht aufeinander folgenden Tagen. Zauberhaft, oder? Kleiner Tipp: Erst danach den Zauberer von Oz gucken, der wirkt in Ausstattung und Länge dann dagegen wie ein Werbespot für Cornflakes mit einer von vier Sammelfiguren in der Packung.

Wem das noch nicht reicht, für den gibt es noch härteren Stoff. Der „Soldat James Ryan“ oder auch „Clockwork orange“ seien hier genannt. Da spritzt das Blut, mal für die gerechte Sache (gegen die Nazis und ihr 40er-Jahre-Kino), mal als Ausdruck von purem Nihilismus. Und natürlich gibt es im Cyberpunk-Jahr 2020 auch „Blade Runner“ zu sehen, Harrison Fords besten Film – und das schließt „Sechs Tage, sieben Nächte“ ein.

Wobei wir uns hier natürlich fragen: Warum gibt es nicht auch alle vier Indiana-Jones-Filme an einem Tag? Oder alle Star-Wars-Filme, inklusive „Solo“, „Rogue one“ und „Karawane der Tapferen“, in einer einzigen gigantischen Vorstellung? Ok, dazu müsste man sich erst einmal für eine Reihenfolge entscheiden... vielleicht dann im nächsten Jahr.

Infos unter https://capitol-kornwestheim.de/mehr/kultfilme-im-capitol.

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