Kornwestheim 6500 Kilometer für den Klimaschutz

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Gemeinsam für die Klimaneutralität: (von links) Lkw-Fahrer Wolfgang Wertke, René Große-Vehne, Camilla Kranzusch, Dietmar Allgaier und Frithjof Finkbeiner. Foto: Dominik Florian

Kornwestheim - Von Berlin nach Ouarzazate in Marokko – im Rahmen der Initiative „goforclimate.org“ läuft Camilla Kranzusch durch acht Länder, um zum Klimaschutz aufzurufen. Auf ihrem 6500 Kilometer langen Weg, den die 24-Jährige zu Fuß, mit der Bahn und mit dem Schiff zurücklegt, machte die Klimaaktivistin am Montagmorgen Station beim Kornwestheimer Logistikunternehmen Große-Vehne und diskutierte mit Geschäftsführer René Große-Vehne, dem Ersten Bürgermeister Dietmar Allgaier und Frithjof Finkbeiner, Vorstandsvorsitzender der Plant-for-the-Planet Foundation, über Lösungen in der aktuellen Klimakrise.

Warum läuft Camilla Kranzusch?

„Ich will dabei helfen, globale Lösungen für den Weg aus der Klimakrise zu finden, und für mehr Verständnis sorgen“, sagte die Sonthofenerin, die am 6. September in Berlin startete. Auf ihrer Strecke nach Nordafrika trifft sie sich mit Forschern und Unternehmern, gibt Workshops, besucht Fridays-for-Future-Demos und pflanzt fleißig Bäume, denn im Zentrum der Initiative der 24-Jährigen, für die sie ihren Beruf als Videoproduzentin aufgab, steht neben der Solarenergie der Wiederaufbau der Waldgebiete weltweit.

„Bäume lösen das Thema nicht, aber sie schenken uns Zeit. Durch das Pflanzen von Bäumen gewinnen wir 15 Jahre, um die Klimaziele zu erreichen“, sagte Frithjof Finkbeiner, für dessen Organisation Plant-for-the-Planet Camilla Kranzusch auf ihrem Weg nach Marokko wirbt. „Es ist noch Platz für 1000 Milliarden Bäume, die dann direkt CO2 aufnehmen können und zur Klimaneutralität beitragen“, sagte Kranzusch.

Warum macht die 24-Jährige Halt in Kornwestheim?

Einen Spaten hatte Camilla Kramusch aber nicht in ihrem 13 Kilogramm schweren Rucksack, als sie auf das Gelände der Spedition Große-Vehne einbog. Den brauchte sie auch nicht, denn das Kornwestheimer Unternehmen, das nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2018 klimaneutral wirtschaftet, ist bereits schon fleißig beim Pflanzen von Bäumen dabei. Seit 2014 haben die Kornwestheimer in Kooperation mit Plant-for-the-Planet 220 000 Bäume im mexikanischen Yucatán gepflanzt und streben in den nächsten drei Jahren an, diese Zahl auf eine Million zu erhöhen. „Es ist leicht zu kritisieren: Man muss etwas machen. Es beginnt bei einem selbst. Wir müssen das Thema jetzt anpacken“, sagte René Große-Vehne zum Engagement seiner Firma. „Dafür braucht es Überzeugung und Zeit, und die gewinnen wir über die Bäume.“

Für Camilla Kranzusch ist die freiwillige Klimaneutralität des Unternehmens ein wichtiges Zeichen. „Dass das in einer Branche gelebt wird, in der die Umsetzung nicht einfach ist, macht Große-Vehne zu einem Vorreiter“, unterstrich die Klimaaktivistin. Dietmar Allgaier betonte die Bedeutung des lokalen Wirkens. „Dieser Termin zeigt, dass vor Ort gehandelt wird. Man kann nur hoffen, dass sich noch mehr Unternehmen dem positiven Beispiel von Große-Vehne anschließen“, sagte er und ließ gleich Taten folgen: „Wir möchten als Stadt Kornwestheim diesen Besuch zum Anlass nehmen 200 Bäume zu pflanzen.“

Wie geht der Klimalauf weiter?

Nach ihrem Stopp in Kornwestheim führt sie ihr Weg über Österreich, Italien, die Schweiz, Frankreich, Monaco und Spanien am 22. November nach Ouarzazate in Marokko. Denn dort entsteht der größte Solarpark der Welt, und an diesem Termin findet eine internationale Klima-Konferenz statt, deren Ergebnisse für globale Lösungsansätze am 13. Dezember in Rabat präsentiert werden.

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