Kornwestheim 72 Stunden bauen, hämmern, sägen

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Hilfe von Erwachsenen ist nicht verboten: Jugendliche arbeiten fürs Erscheinungsbild des Thomashauses. Foto: Melanie Bürkle

Kornwestheim - Es ist die größte Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDJK). Deutschlandweit engagieren sich rund 85 000 Jugendliche ganze 72 Stunden lang bei sozialen oder ökologischen Projekten. Sie organisieren Nachbarschaftstreffen, entwickeln Partnerschaften zu Asylunterkünften oder bauen Klettergerüste und Bienenhotels. Auch 15 Jugendliche der St.-Martinus-Gemeinde aus Kornwestheim nahmen an dem Projekt teil. „Ich hatte schon mal davon gehört und als wir angesprochen wurden, wollte ich sofort dabei sein“, erzählte Helena und griff schwungvoll nach der Stichsäge. Sie und die anderen Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren hatten sich bereit erklärt, das Gelände am Thomashaus in der Theodor-Heuss-Straße zu verschönern.

Es wurde zunächst das Tor erneuert, dann wurden neue Sträucher und Hecken gepflanzt sowie eine Esche gesetzt. „Wir sind, was das angeht, nun Vollprofis“, lachte Julian. Elias erklärte: „Das sind nur einheimische Sträucher, die auch gut für die Tierwelt wie beispielsweise Bienen oder Schmetterlinge sind.“

Eine weitere Aufgabe war es dann, neue Sitzbänke zu gestalten. Die alten Exemplare waren über die Jahre äußerst morsch und brüchig geworden. Um das Material kümmerten sich übrigens die Jugendlichen selbst. „Es gilt bei dieser Aktion so wenig Geld wie möglich auszugeben“, informierte Adrian Gross, der als FSJler (Freiwilliges Soziales Jahr) das Projekt leitete. Und wie funktionierte dann der Möbelbau ohne Geld? „Die Jugendlichen sind losgezogen und haben in Baumärkten nach Spenden für das Projekt gefragt“, erzählte Gross.

Das gelang ganz gut, wenn auch nicht immer ohne Komplikationen. So spendete nach dem Absetzen eines Hilferufs auf der Facebook-Seite der 72-Stunden-Aktion ganz unverhofft ein Baumarkt in Ludwigsburg wichtiges Werkzeug. Doch wie nun dort hingelangen? Kurzerhand organisierte die Gruppe also auch noch eine Fahrgemeinschaft, um die benötigten Werkteile zu bekommen.

Ausmessen, graben, hämmern, sägen, schmirgeln und Nägel gerade biegen – bis Sonntagnachmittag war die Gruppe mit diesen Aufgaben beschäftigt. Und alle hatten sichtlich Spaß dabei. Warum sich allerdings nur drei Jungen unter den Engagierten befand, konnten niemand wirklich erklären. Die Mädchen zeigten jedenfalls vollen Einsatz. Sie schmirgelten mit ganzem Körpereinsatz die Bretter ab, sägten die Holzpaletten zu Sitzbänken und hämmerten Nägel in die Bretter. „Ach, das ist wie Ikea-Regale zusammenbauen. Ganz easy“, scherzte Helena nebenbei.

Letztendlich ging es darum, gemeinsam und mit Freude und Freunden etwas Gutes zu tun. „Es geht nicht darum, dass man hier bis zum Umfallen schuftet, sondern Solidarität mit anderen zeigt“, so Adrian Gross. Und das zeigten die Jugendlichen auf dem Gelände des Thomashaus definitiv. Sie waren 72 Stunden mit vollem Einsatz und Engagement dabei. 

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