Kornwestheim Absage des Weihachtsmarktes: Vereine erleiden Einbußen

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Schon früh musste am Sonntag abgebaut werden, nachdem der zweite Markttag wegen des Sturms abgesagt worden war. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Sie hatten sich lange auf die zweitägige Veranstaltung vorbereitet und sich schöne Einnahmen für die Vereinskasse erhofft. Doch dann wurde der zweite Tag des Weihnachtsmarktes abgesagt, nachdem ein Sturm in der Nacht zum Sonntag einige Stände stark beschädigt hatte. Trotzdem zeigen die Vereine Verständnis für die Entscheidung und hoffen jetzt auf Hilfe von der Stadt.

Was tun, wenn der Sturm den Verkaufsstand durchgeknickt hat, man nun aber auf 300 Brötchen sitzen bleibt? Vor diesem Problem stand die Sängerlust am Sonntagmorgen. „Wir haben zuerst überlegt, ob das wieder hinzubekommen ist. Aber es war nachvollziehbar, dass der Stand nicht mehr aufstellbar ist. Und dann kam schon die Nachricht, dass der Weihnachtsmarkt ausfällt“, sagt die Vorsitzende Claudia Schwarz. Immerhin hatte der Metzger versprochen, nicht verkaufte Würste wieder zurückzunehmen. Auch mit dem Getränkehändler war eine ähnliche Vereinbarung getroffen worden. Nur die 300 Brötchen sowie die Weihnachtsgutsle mussten nach der Absage des zweiten Markttages verteilt werden. Die Sängerlust-Mitglieder hoffen nun, dass die Stadt die Unkosten erstattet. Ein wenig enttäuscht ist Claudia Schwarz schon wegen der Umsatzeinbußen. Die Richtigkeit des Entschlusses, den zweiten Tag aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden zu lassen, stellt sie jedoch nicht infrage.

So empfinden viele Ehrenamtliche, wie Walter Specht, Vorsitzender des Stadtausschusses für Sport und Kultur, in Gesprächen erfahren hat. „Die Vereine waren enttäuscht, aber haben es eingesehen. Die Sicherheit geht eben vor“, sagt er. Während Dekorationen und Handwerkskunst bis zum nächsten Mal eingelagert werden können, hat es vor allem die getroffen, die auch am zweiten Tag Essen anbieten wollten. „Ich will schauen, ob sich diesbezüglich was mit der Stadt arrangieren lässt“, meint Specht. Am ersten Markttag war nach seinem Eindruck weniger los als sonst. „Das erste Mal seit Jahren kam man selbst an Engstellen gut durch“, sagt er. Specht schätzt daher, dass die Erlöse der Vereine hinter den Erwartungen liegen.

Der Männergesangverein wurde etwa die Hälfte seiner Ware nicht los. Die selbst gefertigten Holzprodukte wie Krippen und Kerzenleuchter können eingelagert werden. Doch übrig gebliebene rote Würste und Thüringer, die der Verein mit verschiedenen Glühweinvariationen zum Verkauf anbot, mussten die Männer unter sich aufteilen. Zwar fällt der Erlös für die Vereinskasse dieses Mal deutlich geringer aus, Vorsitzender Wolfgang Stadelmaier betont jedoch, dass er die Absage für richtig hält. „Wenn jemand zu Schaden gekommen wäre, wäre das furchtbar gewesen. Wir haben eine Fürsorgepflicht“, gibt er zu bedenken.

Die Stadt teilte gestern mit, sie arbeite an einer Lösung für die Einbußen. Sie will den Vereinen am 16. Dezember die Chance bieten, ihre Waren im K zu verkaufen.

Alfred Waldenmaier vom Lionsclub berichtet auch von unerfreulichen Vorkommnissen im Zusammenhang mit der Tombola. Deren Erlös fließt Jahr für Jahr in die große Spendenkasse des Vereins, mit der Projekte für die Kornwestheimer Jugend unterstützt werden. Der Verkauf der Lose am Samstag verlief zunächst normal. Später fiel allerdings auf, dass mit rund 15 Fremdlosen Gewinne am Stand abgeholt worden waren, sagt Club-Präsident Waldenmaier. So sei ein Schaden von 400 bis 500 Euro entstanden. Bemerkt worden sei das, weil bei einigen Losen die Kontrollnummer nicht stimmte. Doch da war bereits ein Teil der Preise ausgegeben. Weil auch die Chorbühne, die sich zum ersten Mal am Markt beteiligte, eine Tombola veranstaltete, geht der Lionsclub davon aus, dass die Fremdlose dort gekauft wurden. In der Vorstandssitzung soll heute besprochen werden, wie ein solcher Missbrauch künftig verhindert werden kann.

Sylvia Rauscher, Vorsitzende der Chorbühne, hatte von dieser Aufregung bis Montag noch nichts mitbekommen. „Bei uns war jedes Los ein Gewinn. Wir haben alle Lose verkauft und alle Gewinne verteilt“, sagt sie mit Erstaunen. Der Erlös ist für die Finanzierung des Jubiläums im kommenden Jahr bestimmt. Weil der Verein dann sein 100-jähriges Bestehen feiert, planten die Mitglieder anstelle des diesjährigen Adventskonzerts die Teilnahme am Weihnachtsmarkt. 2019 will der Verein keine Tombola betreiben.

 
 

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