Kornwestheim Am Ende fehlt nur noch Westerland

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Alex im Westerland spielten. Foto: Horst Doemoetoer

Kornwestheim - Im Backstageraum gleich neben den Restauranträumen des Applaus’ im K sitzen Schlagzeuger Daniel und Bassist Dido von der Band Alex im Westerland. Es sind nur noch 20 Minuten, bis sie auf die Bühne am Kornwestheimer Marktplatz treten werden, und ein paar letzte Dinge sind noch zu klären. Aber die beiden Musiker sind ganz entspannt – das lernt man wohl, wenn man rund 60 Gigs im Jahr spielt. Da rückt auch schon Kornwestheim-rockt-Organisator Johannes Leichtle an. „Spielen wir zwei oder drei Sets?“, will Daniel Arncken noch wissen. Er freut sich auf den Auftritt: „Heute spielen wir fast drei Stunden. Da bleibt auch Zeit für Songs, die wir sonst nicht auf dem Zettel haben“, betont er und meint etwa „Mach die Augen zu“ oder „1/2 Lovesong“. Leichtle unterdessen hofft, dass das Wetter hält. Spoiler: Es wird halten, zumindest fast – aber dazu später mehr.

Es ist halb sieben und die zweite Kornwestheim-rockt-Show in diesem Jahr beginnt. Alex im Westerland heißen nicht ohne Grund so: Die Formation spielt Stücke der beiden wohl bekanntesten deutschen Punkrockbands nach, der Toten Hosen und der Ärzte, und sie haben sich folgerichtig nach deren Hits „Hier kommt Alex“ (Hosen) und „Westerland“ (Ärzte) benannt.

Die Tributeband kommt gut an. Zum Kuscheln eng ist es auf dem Marktplatz zwar nicht, aber doch recht ordentlich gefüllt, außerdem haben sich viele Fans im nahen Stadtpark niedergelassen und lauschen dort der Musik.(Hier geht es zu unserer Bildergalerie)

Die jedenfalls hat einen hohen Mitsing-Faktor. Man kennt sie eben, die Kracher der Ärzte wie „Rebell“, „Hurra“ oder „Zu spät“ und die Hits der Hosen – etwa „Wünsch dir was“, „Bonnie und Clyde“, und „Bayern“. Technisch sauber gespielt ist das Ganze, auch wenn Punkrock zugegebenermaßen musikalisch nicht allzu komplex ist. Sänger Dominik macht seinen Job ebenfalls gut, schließt man die Augen, meint man zwischenzeitlich wirklich, Campino oder Farin Urlaub von der Bühne zu hören.

Man merkt der Band die Erfahrung an: Die vier Jungs aus Frankfurt am Main treten schon seit zehn Jahren zusammen auf, sie sind hauptberufliche Musiker. Und auch das Publikum nehmen sie in direkter Ansprache mit. Vor allem der Sänger und der Schlagzeuger interagieren viel mit den Menschen vor der Bühne. Running Gag des Abends: Wann immer das Wort „Kornwestheim“ ins Mikrofon gerufen wird, sollen die Fans Krach machen. „Ahhh oder so sollt ihr dann rufen.“

Kurz vor Ende des Auftritts schlägt das Wetter aber dann doch um. Gewitter, Sturm und Regen kündigen sich an. Nachdem auch noch der Strom kurzzeitig weg ist, endet das Konzert einige Minuten früher. Das berühmte „Westerland“ von den Ärzten fällt daher aus, es war noch als Zugabe geplant. Band und Organisator sind aber zufrieden. „Das lief super“, sagt Daniel Arncken. „Das Wetter hat eben doch bis fast zum Schluss gehalten“, ergänzt Leichtle erfreut. Und die Stände mit Essen und Getränken hätten einen guten Umsatz gemacht, ergänzt der Organisator.

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