Kornwestheim Anbauten und Dachgauben erwünscht

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Die Kornwestheimer Innenstadt ist bereits dicht bebaut. Manche Hausbesitzer überlegen, wie sie unter diesen Bedingungen weiteren Wohnraum schaffen könne Foto: Werner Kuhnle

Kornwestheim - Private Hauseigentümer in Kornwestheim informieren sich verstärkt darüber, wie sie zusätzlichen Wohnraum schaffen können. Diesen Trend bestätigte die Stadt nun gegenüber unserer Zeitung. „Es gibt seit einigen Jahren immer mehr Anfragen in der Verwaltung“, berichtete der Baubürgermeister Daniel Güthler. „Die Eigentümer wollen wissen, ob es baurechtlich möglich ist, zu erweitern, auch entsprechende Baugesuche gehen verstärkt bei uns ein“, ergänzte er.

Güthler nennt Beispiele für entsprechende Anfragen: Etwa könne angebaut oder ein Dachgeschoss nutzbar gemacht werden. Dachgauben könnten die effektiv nutzbare Quadratmeterzahl beispielsweise in die Höhe treiben, mehr Licht in ein Dachgeschoss bringen.

Am Ende sollen mehr Quadratmeter her

Eine weitere Möglichkeit sei es, Gebäude neu zu unterteilen. Und auch Aufstockungen seien heutzutage leichter umsetzbar. „Das geht besser als früher, in Holzbauweise, und ist damit statisch auch leichter umsetzbar“, erklärte der Kornwestheimer Baubürgermeister. Das Ziel vieler Hauseigentümer ist klar: Am Ende sollen schlicht netto mehr Quadratmeter bei gleicher Grundstücksfläche nutzbar sein, vielleicht gar eine ganz neue Wohneinheit. Auch von einer weiteren Möglichkeit, die Immobilienbesitzer häufiger prüfen, spricht Güthler. Ob sie aus Gewerbeflächen, sprich Geschäften, Wohnungen machen können, wollen manche wissen.

Natürlich findet diese Entwicklung nicht allein in Kornwestheim statt. Sie ist das Ergebnis des Wohnraummangels und der anziehenden Miet- und Grundstückspreise im gesamten Großraum Stuttgart. Allein auf der Warteliste der städtischen Wohnbaugesellschaft Kornwestheim stehen aktuell rund 500 Interessenten. „Es ist grundsätzlich so, dass dort, wo die Preise anziehen, die Bürger verstärkt schauen, wie sie Wohnraum schaffen können“, so Güthler. „Und das beobachten wir eben auch in Kornwestheim.“

Bürgerbüro berät gerne

Dabei können verschiedene Überlegungen eine Rolle spielen. Oft sind diese wirtschaftlicher Natur, weil sich eine Wohnung für gutes Geld vermieten lässt. Manche Hausbesitzer sehen sich zudem in der Pflicht, ihren Teil gegen den Wohnungsmangel beizutragen, oder wollen dem Nachwuchs ermöglichen, vor Ort wohnen bleiben zu können und nicht wegziehen zu müssen, um eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Im Fokus von Öffentlichkeit und Kommunalpolitik stehen die kleinen privaten Baumaßnahmen nicht immer. Die großen Immobilienunternehmen wie Pflugfelder oder Vonovia, die in Kornwestheim investieren, die Wohnungen im zweistelligen und dreistelligen Bereich bauen und ausbauen, sind sichtbarer. Dennoch stellt die Stadt heraus: Man unterstützt die Schaffung neuen Wohnraums durch Ausbauten und Erweiterungen wo möglich und sinnvoll. „Wir freuen uns, wenn städtebaulich verträglich neuer Wohnraum im Bestand geschaffen werden kann und informieren gerne“, so Güthler. Als Ansprechpartner stünden die Mitarbeiter des „Bürgerbüros Bauen“ bereit, ergänzt er.

Meist reicht ein erhobener Daumen aus der Verwaltung

Viele der kleinen Bauvorhaben landen am Ende gar nicht in den Gremien, meist reicht ein sprichwörtlich erhobener Daumen aus der Verwaltung. Die Ausnahme: Wenn eine sogenannte „Befreiung“ erforderlich ist, sprich das Vorhaben vom Bebauungsplan abweicht, dann muss eventuell der Technische Ausschuss der Stadt entscheiden. Und auch hier nur dann, wenn es Stellungnahmen und Einsprüche gibt. Dann entscheiden Kornwestheimer Stadträte, ob dennoch gebaut werden darf.

„Aber auch hier wird in der Regel positiv entschieden, falls keine gewichtigen städtebaulichen oder baurechtlichen Gründe dagegen sprechen“, betont Güthler. Die Kornwestheimer Kommunalpolitiker wollen in der Regel die Voraussetzungen für neuen Wohnraum schaffen.

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