Kornwestheim Aquarienfreunde halten sich über Wasser

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Einige Exemplare der südamerikanischen Diskusfische wohnen bei Kenserski. Foto: dpa/Andrea Warnecke

Kornwestheim - Das mit den Terrarien, das habe sich eigentlich erledigt, erzählt Eberhard Kenserski. Von den 100 Mitgliedern der Aquarien- und Terrarienfreunde Kornwestheim habe inzwischen keiner mehr ein Terrarium. „Da sind die Auflagen inzwischen sehr streng geworden, besonders in Sachen Artenschutz“, berichtet Kenserski, der dem Verein vorsitzt. Umso begeisterter ist er von Aquarien: „Wenn man durch das Glas in diese bunte Unterwasserwelt schauen und seine Fische beobachtet, dann ist das sehr beruhigend und einfach schön.“ Seit 40 Jahren habe er schon Aquarien, berichtet Kenserski, auch mal sechs oder sieben gleichzeitig. Inzwischen steht bei ihm zuhause nur noch ein großes, „mit Diskusfischen, die so leuchten wie eine Discokugel.“ Er kennt seine Fische, berichtet Kenserski. So gut, dass sie ihm sogar aus der Hand fressen.

Die Liebe zur Aquaristik konnte auch Corona bei Kenserski und seinen Vereinskollegen nicht trüben. „In der Aquaristik ist man ja eigentlich Einzelkämpfer“, berichtet der Vorsitzende. Dass die Mitglieder ihre Haustiere in der Pandemie liebevoll weiterpflegen, daran hat sich nichts geändert. Was fehlt, sind laut Kenserski die Zusammenkünfte der Vereinsmitglieder. Der Austausch über die Fische oder Ratschläge zu Aquarientechnik oder Aufzucht – das alles ist höchsten noch über die vereinsinterne Whatsapp-Gruppe möglich. Fachvorträge sind ausgefallen und auch die zweimal jährlich stattfindende Fischbörse des Vereins, bei der Hobby-Aquaristen an besondere Fischarten kommen können, wurden abgesagt. Auch bei den Finanzen gibt es Löcher.

Trotzdem ist nicht alles schlecht gelaufen für die Aquarien- und Terrarienfreunde: Sorgen um das Fortbestehen des Vereins habe sich Kenserski nie gemacht, im Gegenteil. Seit 2020 seien sogar 14 neue Mitglieder ins Netz gegangen. Außerdem konnte der Verein einen neuen Wirt für das Vereinsheim im Kornwestheimer Osten finden. Im vergangenen Oktober hat dieser den Betrieb aufgenommen und verkauft seitdem Essen to go. Davor haben die Mitglieder unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen, in kleinen Teams und mit Abstand die Vereinsräume eigenhändig renoviert. Von mehr als tausend Arbeitsstunden berichtet Kenserski. „Dafür haben unsere Mitglieder schon schwer gearbeitet.“ Weil die Renovierung nur mit existierenden Vereinsgeldern und nicht mit den potenziellen Einnahmen aus 2020 geplant war, konnten die Aquarienfreunde diesen Plan sogar ohne große finanzielle Einbußen durchführen. Die Arbeit hat sich gelohnt: Seit der Renovierung erstrahlen die Vereinsräume in neuem Licht, komplett mit neuen Toiletten, Böden, Türen und Küche.

Dass in dem renovierten Vereinsheim bald wieder mehr Leben einkehrt, wünscht sich Eberhard Kenserski selbstverständlich. Ganz zuversichtlich hätten er und seine Vereinskollegen im Herbst Termine für 2021 geplant.

Einige davon, unter anderem die Jahreshauptversammlung im Januar und ein Vortrag im März mussten oder müssen noch ausfallen. Die Hoffnung gibt Kenserski nicht auf – im Mai stehe ein Frühlingsfest auf dem Programm. „Vielleicht können wir dann draußen zusammenkommen und darüber sprechen, ob alle die Zeit gut überstanden haben.“

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