Kornwestheim Auch kleine Solaranlagen werden bezuschusst

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Dürfte auf Unterstützung hoffen, wenn er denn in Kornwestheim lebt: Mann mit E-Lastenrad. Foto: dpa/Christophe Gateau

Kornwestheim - Der strahlend blaue Himmel mag bei manch einem Hausbesitzer vielleicht die Entscheidung reifen lassen, sich eine Fotovoltaikanlage aufs Dach zu setzen. Ihnen sei zu ein wenig Geduld geraten, denn schon in Kürze honoriert die Stadt Kornwestheim solche Pläne mit teils vierstelligen Summen. Am Donnerstag wird der Gemeinderat das Förderprogramm „Wir stärken Klima“ aller Voraussicht nach verabschieden und 25 000 Euro für Solaranlagen, für den Anschluss ans Fernwärmenetz oder ein neues E-Lastenrad zur Verfügung stellen. Grund zur Eile gibt’s nicht: Sollte das Interesse an dem Programm die Summe übersteigen, die im Topf vorhanden, so soll nachgelegt werden. Darauf verständigten sich die Stadträte auf Vorschlag der CDU-Fraktion bereits im Ausschuss für Umwelt und Technik. Fürs kommende Jahr stellt die Stadt 50 000 Euro für Klimaschutzmaßnahmen zur Verfügung.

Vieles, aber nicht alles. Cordula Wohnhas, in der Stadtverwaltung für den Umwelt- und Klimaschutz verantwortlich, hat zusammen mit ihrer neuen Kollegin Dorothea Horneber die Förderprogramme des Bundes und des Landes Baden-Württemberg durchforstet. Projekte, die dort finanziell unterstützt werden, müssen in Kornwestheim ohne Zuschuss auskommen. Dafür werden andere Maßnahmen subventioniert – zum Beispiel die Installation einer Fotovoltaikanlage oder einer thermischen Solaranlage. Auch Mieter, die sich ein Stecker-Solargerät am Balkon oder auf der Terrasse installieren wollen, bekommen einen Zuschuss von der Stadt in Höhe von maximal 200 Euro. Wer seine Immobilie ans Fernwärmenetz anschließt oder seine Fernwärmeübergabestation erneuert, darf ebenfalls einmal in die Stadtkasse langen. Der Kauf von E-Lastenrädern oder E-Dreirädern sind der Stadt auch 500 Euro wert. „Normale“ E-Bikes indes müssen aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Mehr als 3000 Euro darf ein Kornwestheimer Haushalt bei diesem Förderprogramm nicht abgreifen..

Eigentlich sollte das Förderprogramm „Wir stärken Klima“ viel eher starten. Schon im November des vergangenen Jahres hatte Cordula Wohnhas den Stadträten die ersten Grundzüge des Förderprogramms vorgestellt. Für den Haushalt 2020 waren sogar 50 000 Euro bereitgestellt worden. Dann kam die Corona-Pandemie, die Abstimmungen mit den Stadtwerken Ludwigsburg/Kornwestheim und der Ludwigsburger Energieagentur Lea, bei der die Stadt Kornwestheim Mitglied ist, nahmen auch noch einmal Zeit in Anspruch.

Für all die, denen die Mühlen der Verwaltung zu langsam mahlten und die die Sonnenstrahlen der vergangenen Monate nicht ungenutzt lassen wollten, gibt’s Hoffnung. Die Stadtverwaltung will diesen Vorhaben, mit deren Umsetzung schon begonnen worden ist, „ausnahmsweise eine Förderung gewähren“, sofern die Richtlinien erfüllt worden sind.

Einstimmig sprachen sich die Stadträte im Verwaltungs- und Finanzausschuss dafür aus, mit dem Förderprogramm „Wir stärken Klima“ nun zu starten. Sie verbinden damit die Hoffnung, dass nicht nur dem Klima geholfen wird, sondern auch dem örtlichen Handwerk, denn es handele sich schließlich auch um ein „kleines Konjunkturprogramm“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Michael Gritz. Edda Bühler (Grüne) zeigte sich erfreut darüber, dass auch Stecker-Solaranlagen gefördert werden. Die Entscheidung obliegt aber dem Gemeinderat.

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