Kornwestheim Auf der Jugendfarm ist nun tierisch viel los

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Die Hasen sind bei den jungen Besuchern der Jugendfarm besonders beliebt. Foto: Anne Rheingans

Kornwestheim - Unter einem Baum hat es sich Emil gemütlich gemacht. Seinen Kopf hat der Golden Retriever auf den Vorderpfoten abgelegt. Nun döst er bei sommerlichen Temperaturen im Schatten vor sich hin. Doch sein Herrchen, Jonathan Krug, zu dessen Füßen er gerade liegt, lässt seinen Blick über das Gelände streifen. Er ist „der Neue“ auf der Jugendfarm, die in den vergangenen Wochen nicht nur menschlichen, sondern auch tierischen Zuwachs bekommen hat.

Seit dem Mai ist der Arbeitserzieher, der als gelernter Metallbauer auch einen handwerklichen Hintergrund mitbringt, im Moldengraben zu finden. Mit einer 50-Prozent-Stelle unterstützt Krug als Hauptamtlicher Erzieherin Sophia Koch, die bisher den Platz alleine geleitet hat. „Wir sind dafür da, dass sich die Kinder kreativ ausleben und sich entwickeln können“, sagt er.

Vor allem aber hat die Jugendfarm Verstärkung in tierischer Form erhalten. Vor etwa vier Wochen ist Maja eingezogen. Das Shropshire-Lamm ist gerade einmal fünf Monate alt, an Kontakt zu Menschen aber schon gewöhnt. Sie hat in dem Holzstall Schutz vor der Sonne gesucht und ruht sich gerade im Stroh aus. Ein weiterer Neuzugang grast derweil einige Meter weiter: Justus, ein schwarzer Krainer Steinschafbock, der nur wenig älter als Maja ist, folgt einem Artgenossen auf Schritt und Tritt. „Justus guckt nach unserem blinden Schaf. Deshalb trifft man die beiden oft zusammen“, erklärt Krug.

In einem separaten Gehege sind die Zwerghühner untergebracht. Auch dort gibt es seit wenigen Wochen Nachwuchs. „Unser Bestand war gering. Deshalb haben wir sie brüten lassen“, sagt der Erzieher. Dort, wo bisher nur ein Zwerghuhn und ein Hahn lebten, laufen nun auch sechs Küken herum. „Wir wissen noch nicht, wer bei den Küken Männchen und Weibchen ist. Das muss sich noch herausstellen“, ergänzt Krug.

Gleich nebenan sind vier Hasen eingezogen. Zwei größere Exemplare der Rasse Deutscher Riese, ein Widderkaninchen und ein Zwerghase. Doch gerade lässt sich nur einer von ihnen blicken. Er knabbert vorsichtig an den Blättern, die vor ihm liegen.

Wenn Jonathan Krug im Dienst ist, darf auch sein Therapiehund auf dem Gelände umherlaufen. Mit den sonstigen Schafen, Hühnern, den vier Laufenten und zwei Ziegen ist auf der Jugendfarm also inzwischen tierisch viel los. „Das Miteinander der Tiere insgesamt klappt überraschend gut. Sie haben sich auch an Emil schon gewöhnt“, sagt Krug. Von den Kindern wurden die neue Tiere erst recht begeistert aufgenommen. „Besonders interessant sind für sie die Babys. Aber auch die Hasen und mein Hund stehen ganz hoch im Kurs“, erklärt Jonathan Krug schmunzelnd.

Viele der jungen Besucher der Jugendfarm haben zu Hause keinen Kontakt zu Tieren. Umso größer ist die Neugier, erzählt Krug: „Natürlich ist es auch schon vorgekommen, dass ein Kind Angst hat, zum Beispiel vor Emil. Aber hier lernen sie, diese zu verlieren.“ Deshalb waren die jungen Besucher mit Spaß dabei, für ihn eine Hundehütte zu bauen.

Und wer kümmert sich darum, dass Schafe, Hühner und Co. immer versorgt sind? Unter der Woche helfen die Kinder beim Füttern, Misten und Einfangen der Tiere. „Das machen die meisten gerne.“ Für die Kinder sei es sehr wertvoll zu lernen, wie man mit den Tieren umgeht. „Sie erfahren, was Verantwortung für ein Lebewesen ist, und lernen dabei arg viel“, sagt der Erzieher. Montags bis freitags ist zudem derjenige zuständig, der gerade sein Freiwilliges Soziales Jahr auf der Jugendfarm absolviert. An den Wochenenden und in den Ferien kommt der Tierdienst zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Freiwillige, zumeist Eltern, die alle anfallenden Dinge erledigen.

Wenn es nach Jonathan Krug geht, ist der Bestand auf der Jugendfarm noch nicht komplett. „Ich träume noch von Minischweinen“, sagt er schmunzelnd. Der Platz sei da. „Aber damit warten wir noch. Wir wollen erst peu à peu erweitern.“

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