Kornwestheim Aufzug für den Schafhof?

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Nicht barrierefrei zu erreichen: der Schafhof. Foto: Michael Bosch

Kornwestheim - Dessen ist sich Oberbürgermeisterin Ursula Keck bewusst: Einfach wird es nicht, das unter Denkmalschutz stehende Haus so herzurichten, dass es auch für behinderte Menschen gut nutzbar ist. Sie hat die Bauexperten in ihrem Haus aber gebeten zu überprüfen, ob an oder in dem aus dem 15. Jahrhundert stammenden einstigen Gehöft ein Aufzug angebaut oder angebracht werden kann, ohne mit dem Denkmalschutz in Konflikt zu geraten.

Der Zeitpunkt ist günstig, sich gerade jetzt Gedanken über eventuelle Umbauten zu machen. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) steht kurz vor dem Abriss der Seniorenwohnungen und dem anschließenden Neubau. Da bietet es sich an, die Bauarbeiter auch im benachbarten Schafhof anrücken zu lassen. Die Aufgabe, den Schafhof barrierefrei zu gestalten, dürfte nicht ganz einfach sein. Schon der Haupteingang ist nur über Treppen zu erreichen, von den Verhältnissen im Gebäude ganz zu schweigen.

Die Seniorenwohnungen werden zwar künftig über einen Aufzug zu erreichen sein, der den Neubau direkt mit der Badstraße verbindet. Aber: Dieser Aufzug, der auch zum „Roten Platz“ – benannt nach der roten Pflasterung – vorm Schafhof führen wird, steht lediglich den Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung. Er sei nicht für die Allgemeinheit gedacht, betont Andreas Haas, Leiter des Awo-Seniorenzentrums am Stadtgarten. Wer Behinderten einen barrierefreien Zugang zum Schafhof verschaffen will, der muss also ganz unten an der Badstraße ansetzen.

Der Schafhof wird von der Arbeiterwohlfahrt als Seniorenbegegnungsstätte und von der Schiller-Volkshochschule für Kurse genutzt. Er gilt als eines der ältesten Häuser in Kornwestheim. Die Initiative zum Erhalt des Hauses ging in den 1970er-Jahren von einer Reihe von Bürgern um den Mediziner Dr. Gerhard Hämmerle aus. Der Stadt schwebte seinerzeit ein Abriss vor, den die Bürger nur knapp verhindern konnten. Heute stellt sich das Herrenhaus aus dem 15. Jahrhundert als wahres Schmuckstück am Rande des alten Dorfes dar. Aber leider haben die Bauherren seinerzeit noch nicht an Barrierefreiheit gedacht.

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