Kornwestheim Aufzug sackt ab: zwei Personen leicht verletzt

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Die Untersuchungen, warum der Aufzug am Bahnhof abgesackt ist, sind angelaufen. Foto: Michael Bosch

Kornwestheim - Glück im Unglück hatte ein Ehepaar am Dienstagnachmittag am Bahnhof in Kornwestheim. Als es gegen 15.10 Uhr mit dem Aufzug am Bahnhofsvorplatz von der Bushaltestelle in die Unterführung fuhr, riss das Seil und der Aufzug sackte in die Tiefe. Ein Busfahrer alarmierte die Polizei.

Nach der Erkenntnis der Polizei am frühen Abend wollten die 78-jährige Frau und der 84 Jahre alte Mann mit dem Aufzug hinunter in die Unterführung fahren. Zunächst setzte sich der Fahrstuhl auch in Betrieb, „kurz bevor die Unterführung erreicht war und der Fahrstuhl gewöhnlich zu bremsen beginnt, führte jedoch vermutlich ein technischer Defekt dazu, dass er etwa einen Meter abwärts fiel und dann am Boden aufsaß“, informierten Polizei und die Stadt, die den Aufzug betreibt, in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Die beiden Senioren erlitten leichte Verletzungen. Weil sich an der Führung des Aufzugs zudem ein Rad löste, ging eine Seitenscheibe zu Bruch. Als die Feuerwehr eintraf, hatten sich die beiden Personen schon aus dem Fahrstuhl befreit. Sie wurden dennoch ins Krankenhaus gebracht, der Mann klagte über leichte Schmerzen im Bein.

Absturz aus größerer Höhe: unwahrscheinlich

Weil die beiden Personen auf der mittleren der drei Etagen eingestiegen waren, betrug die Fallhöhe etwa einen Meter. Für den Fall, dass ein Aufzug von weiter oben abstürze, gebe es einen Sicherheitsmechanismus, teilte der Kornwestheimer Feuerwehr-Kommandant Matthias Häußler mit. Diesen Notmechanismus könne man sich wie eine Leiter vorstellen, in der sich nach und nach – je höher der Aufzug klettert – Metallösen einhacken. „Aber auf der Höhe, von der der Aufzug abgestürzt ist, gibt es diesen Mechanismus nicht“, sagte Häußler. Er und seine Kameraden rücken regelmäßig zu ähnlichen Einsätzen aus. „Aber bei diesem Aufzug war es das erste Mal“, sagte Häußler. Bei den weiteren Aufzügen am Bahnhof in Kornwestheim, die von der Bahn betrieben werden, sei es aber bisweilen häufiger der Fall. Damit ein Aufzug stecken bleibe, reiche es schon aus, „wenn da vier, fünf oder sechs Leute einsteigen und ordentlich rumspringen“, so der Kornwestheimer Kommandant.

Oft rückt die Wehr auch zu Einsätzen, bei denen Aufzüge in Privathäusern defekt sind, aus. Die Feuerwehr ist auf diese Art Notfall vorbereitet, auch am Dienstag hatte sie hydraulisches Rettungsgerät dabei. Im Notfall hätte sie damit die Türe aufstemmen können. Aber die beiden Rentner waren bereits befreit.

Der Aufzug ist seit 1990 in Betrieb

Warum das Kabel gerissen ist, konnten sich auch die Mitarbeiter der Stadt nicht erklären. Erst im Oktober 2018 habe der Tüv den Aufzug geprüft, berichtet Baubürgermeister Daniel Güthler. Bei der Untersuchung seien „geringe Mängel“ festgestellt worden, teilte die Stadt auf Nachfrage mit, diese stünden aber nicht im Zusammenhang mit dem Unfall. Der Fahrstuhl ist seit 1990 in Betrieb. Die Stadt Kornwestheim will nun eine Stellungnahme des Herstellers einholen. Wie lange der Aufzug am Bahnhof gesperrt sein wird, ist noch nicht klar.

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