Kornwestheim Aus den Handballern werden die Lurchis

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Die Löwen treffen künftig auf die Lurchis: Der SVK (hier in Blau) verpflichtet ein Maskottchen. Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Die Berliner sind die Füchse, die Ludwigshafener die Eulen und die Kieler die Zebras. Und die Kornwestheimer? Wenn die Handballer bei Auswärtsspielen aufliefen, wurden sie von den Hallensprechern gerne als „die Lurchis“ angekündigt – abgeleitet vom Salamander im Vereinsnamen. Aber offiziell war dieser Name nie. Das ändert sich nun. Die SVK-Handballer heißen fortan „Die Lurchis“. Der Name gilt nicht nur für die in der 3. Liga spielende Herrenmannschaft, sondern für alle Teams – von den Minis über die Jugendmannschaft bis zu den Aktiven.

Man sei schon lange auf der Suche nach einer Marke gewesen, berichtet Mirko Henel, Sportlicher Leiter der SVK-Handball-Abteilung. Und natürlich seien die Verantwortlichen bei der Suche nach einem sympathischen Maskottchen schnell ins Reich der Tiere vorgedrungen. Eigentlich, räumt Henel ein, habe am Feuersalamander kein Weg vorbeigeführt. Der Lurch steht für Heimatliebe, für Lokalpatriotismus, für Verbundenheit zu Kornwestheim.

Ist das Tier nicht ein wenig klein, um dem Gegner Angst einzuflößen, um überlegen und dominant aufzutreten? Mirko Henel schüttelt mit dem Kopf. Der Feuersalamander sei clever, wendig und schnell und könne bei Kälte und Hitze überleben. „Sogar in einer Hölle.“ Womit der Sportliche Leiter des SVK geschickt die Kurve nimmt zu dem Ort, an dem die Erste Mannschaft der Kornwestheimer Handballer ihre Heimspiele austrägt – in der Osthalle, von den Fans „Hölle Ost“ genannt.

Allzu lieb schaut der Lurch, der in der Sport- und Veranstaltungsagentur von Uwe Scholz, zugleich auch Hallensprecher und Spielervater, das Licht der Welt erblickt hat, nicht drein. Listig und ein wenig angriffslustig sieht er aus, so wie sich die Handballer auch gerne auf dem Spielfeld geben. An die 20 unterschiedliche Feuersalamander hat Scholz der Abteilungsleitung zur Auswahl vorgelegt. Er selbst hat Wert darauf gelegt, dass das Maskottchen möglichst „einfach“ daherkommt – ohne Schnörkel, ohne Schnickschnack, weil das, so der Fachmann, die Aussage nur verwässern würde. Und außerdem soll der Handball-Lurch an möglichst vielen Stellen eingesetzt werden – auf Trikots, T-Shirts, auf Briefpapier und Plakaten. „Das muss alles technisch passen und reproduzierbar sein“, sagt Scholz.

Nun gehe es darum, dass sich der Lurch „langsam, aber sicher“, so der SVK-Marketingverantwortliche, in die Köpfe der Mitglieder, der Spielerinnen und Spieler der unterschiedlichen Mannschaften und der Fans einschleiche. Bei den Jungen, sagt Scholz, gehe das sicherlich ganz schnell, bei den Älteren, die noch den TV-Handball in Erinnerung haben, werde Lurchi ein wenig länger brauchen, um zum Markenzeichen zu werden. Aber von dem Erfolg sind Henel und Scholz überzeugt.

Und was wäre ein Erfolg? Wenn sich die Menschen in der Stadt mit den Lurchis identifizieren, wenn beim Heimspiel in der Hölle Ost nicht nur sieben Lurchis auf dem Spielfeld gesichtet würden, sondern auch unzählige auf der Tribüne, antworten die beiden. Die Trikots mit Lurch-Emblem können zur neuen Saison, in die der SVK übrigens mit unverändertem Kader geht, erworben werden.

Der Blick der Fans wird aber nicht nur auf den Lurch gerichtet sein, sondern auf möglicherweise 200 Namen, die ebenfalls auf dem Trikot zu finden sein werden. Für knapp 50 Euro können sich Fans auf dem Trikot verewigen – mit ihrem eigenen Namen, dem ihrer Firma oder beispielsweise ihres Stammtisches. „Wie ein Wasserzeichen“, erläutert Henel, werden die Namen aufs weiße Heimtrikot der ersten SVK-Mannschaft, das übrigens auch bei vielen Auswärtsspielen zum Einsatz kommt, gedruckt. Logisch: Besonders groß fallen die Namenszüge nicht aus, von der Tribüne aus lässt sich der eigene Name nicht erkennen. Aber bei genauerem Hinsehen. Zu jeder neuen Saison gibt’s neue Trikots und damit eine neue Chance, sich mit dem Namen dort zu platzieren.

Bleibt noch eine Frage zu dem Marketingclou offen: Was sagt eigentlich der Feuersalamander zu seiner neuen Aufgabe als SVK-Markenzeichen? „Und lange schallt’s im Walde noch,der SVK, er lebe hoch.“

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