Kornwestheim Aus Tempo-30-Zone wird eine Spielstraße

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Die Hölderlinstraße in Kornwestheim Foto: Mateja fotografie

Kornwestheim - Die Hölderlinstraße wird zu einem verkehrsberuhigten Bereich. Diesen Beschluss hat der Ausschuss für Umwelt und Technik in seiner jüngsten Sitzung einstimmig gefasst. Doch sind nicht alle Anwohner mit der Umwandlung in eine Spielstraße einverstanden.

Die 145 Meter lange Hölderlinstraße liegt derzeit in einer großen Tempo-30-Zone. Sie wird fast ausschließlich von Anliegern befahren und ist von Durchfahrtsverkehr nur wenig betroffen. Aber: „Vonseiten der Anwohnerschaft“ habe die Verwaltung die Anregung erhalten, dort eine Spielstraße einzurichten, heißt es in der Sitzungsvorlage. Die Verwaltung kommt zu dem Ergebnis, dass der Hölderlinstraße ein Verweilcharakter unterstellt werden könnte. Darüber hinaus versucht die Stadt, solchen Anliegen ihrer Bürger nachzukommen, „wo immer möglich und sinnvoll“, heißt es weiter.

Vor etwa zwei Jahren wurde beschlossen, dass erst die Anwohner einbezogen werden, bevor man einen solchen Vorschlag umsetzt. Sie sollen über die Konsequenzen einer Umwandlung, also vor allem die Begrenzung auf Schrittgeschwindigkeit und eingeschränkte Parkmöglichkeiten, aufgeklärt werden und sich zu der Sache äußern dürfen. Nur bei einer klaren Mehrheit sollen verkehrsberuhigte Bereiche eingerichtet werden dürfen. Diese Vorgehensweise wurde nach Angaben der Verwaltung jetzt zum ersten Mal angewandt.

Mitte August wurden die Anwohner der Hölderlinstraße angeschrieben, es wurden Broschüren verteilt und über den eingegangenen Antrag und die rechtlichen Vorschriften informiert. Mittlerweile seien die Rückmeldungen eingegangen, sagte Dietmar Allgaier, der Erste Bürgermeister, der Oberbürgermeisterin Ursula Keck bei diesem Tagesordnungspunkt vertrat, weil diese wegen Befangenheit nicht mitstimmen durfte. Von der Möglichkeit, ihre Haltung mitzuteilen, machten die Anlieger rege Gebrauch. Von 14 Parteien haben sich nach Auskunft der Verwaltung neun für einen verkehrsberuhigten Bereich ausgesprochen. Nur drei negative Rückmeldungen gingen bei der Stadt ein. Sie zweifeln die Notwendigkeit der Umwandlung an und bemängeln, dass Parkplätze wegfallen.

Stadtrat Ender Engin (FDP) regte daher an, zu überlegen, ob nicht noch ein oder zwei Stellplätze eingerichtet werden können, zum Beispiel in Richtung Karl-Joos-Straße. Damit komme man den Anwohnern entgegen, die mit der Umgestaltung in eine Spielstraße nicht einverstanden seien. Florian Zangl, Leiter des Fachbereichs Recht, Sicherheit und Ordnung, gab jedoch zu bedenken: „Das widerspricht der Idee eines verkehrsberuhigten Bereichs.“ Wenn man viele Autos reinlasse, gehe der Aufenthaltscharakter verloren. Auch Allgaier sprach sich gegen weitere Parkplätze aus.

Auch in der Hauffstraße stand zur Debatte, einen verkehrsberuhigten Bereich einzurichten. Dort lehnten die Anwohner eine Änderung der Situation deutlich ab. Nur eine Familie wünschte sich eine Spielstraße. Sieben andere Parteien innerhalb der Anwohnerschaft konnten der Idee nichts abgewinnen. Sie argumentierten, dass die Hauffstraße durch eine Sackgassengestaltung geschützt sei. Deshalb soll die Idee nicht weiter verfolgt werden.

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