Kornwestheim Außengastronomie öffnet erst nach und nach

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Seit Montag darf auch in Kornwestheim die Außengastronomie öffnen: Diese drei Gäste lassen sich am Bahnhofsvorplatz ein erstes Bier schmecken. Foto: /Jacqueline Fritsch

Kornwestheim - Schlaflose Nächte hat Mitko Pelovski hinter sich. „Es ist, als würde ich zum ersten Mal aufmachen“, sagt der Betreiber des Hirschgartens. „Ich habe praktisch Lampenfieber.“ Morgens um 3  Uhr sei er am Dienstag aufgestanden, weil er sich pausenlos gefragt habe, ob auch alles funktionieren werde. Am vergangenen Montag durfte die Außengastronomie im Landkreis Ludwigsburg wieder öffnen. In Kornwestheim freuen sich die Menschen über die Lockerung und nutzen das sommerliche Wetter für erste Besuche. Vor den Schnellteststationen an der Bahnhofstraße und am Bahnhofsvorplatz bilden sich Schlangen. „Ich möchte heute Abend in den Biergarten gehen“, sagt ein Mann, der ansteht. Eine Frau will mit ihrem Testergebnis ebenfalls den Einlass in die Gastronomie bekommen. „Und ich gehe morgen ins Nagelstudio“, berichtet sie.

Im Hirschgarten ist die Öffnung am Dienstag trotz der Aufregung des Pächters geglückt. Eine Frau hat Mitko Pelovski sogar Rosen mitgebracht. „Eigentlich müsste ich jedem Gast eine Rose geben“, sagt Pelovski und nimmt das Geschenk dankend an. Ein paar Tische sind am Dienstagmittag in seinem Biergarten besetzt – nichts im Vergleich zu früher. Aber: „Ich bin überglücklich“, so der Wirt. Ein paar Gäste würden zwar gerne in den Biergarten kommen, haben aber keinen Coronatest dabei. „Das ist uns jetzt zu umständlich“, stellen sie fest und gehen wieder.

Zu umständlich sind die aktuellen Regeln auch für einige Gastronomen. „Wir können nicht von einem Tag auf den anderen wieder draußen bestuhlen“, sagt Gloria Dias von der Eisdiele Il Gelato. Dafür sei das Personal zurzeit nicht da, außerdem sei es viel Aufwand, bei jedem Gast Impfungen oder Tests zu kontrollieren. Hinzu kommen die abweichenden Regeln für Kinder. „Ich kann einem Kind nicht sagen, dass es wieder gehen muss“, sagt Dias. Deshalb beschränkt sich die Eisdiele auch weiter auf den To-Go-Verkauf.

So sieht es auch Claudia Di Donato von der Eisdiele Venezia. „Ich möchte keine Daten von den Gästen aufnehmen, das ist mir zu viel Aufwand“, sagt sie. Normalerweise würde sie im Sommer zwei Bänke vor ihren Laden stellen, auf denen die Kunden gemütlich ihr Eis essen können. Das wird sie nun solange nicht machen, bis sie ihre Gäste nicht mehr fragen muss, ob sie denn geimpft, getestet oder genesen seien. „Für mich hat sich nicht viel verändert“, sagt Di Donato. Die meisten Leute würden sich mit ihrem Eis ohnehin irgendwo in die Innenstadt setzen, da machen ihre zwei Bänke nicht viel aus.

Die Mitarbeiter des Applaus’ am Marktplatz sind zurzeit noch in den Vorbereitungen für ihre Öffnung. „Ich musste erst meine Mitarbeiter zurückholen“, sagt Inhaber Ralph Wagner. Deshalb öffnet die Außengastronomie bei ihm auch erst am Freitag. Dass es sofort so einen großen Run auf die Gastronomie geben wird wie im vergangenen Sommer, glaubt er nicht. „Wir gehen es gemächlich an, weil die Regeln bestimmt noch einmal überdacht werden und es wahrscheinlich erst im Juli wieder normaler wird“, sagt er. Deshalb bleibt vorerst auch der Liefer- und Abholservice weiter bestehen.

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