Kornwestheim Autos verschwunden – und wieder aufgetaucht

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Das Verfahren gegen den Kornwestheimer wurde eingestellt. Foto: picture alliance/dpa/Volker Hartmann

Kornwestheim - Mit einer Einstellung seines Strafverfahrens wegen Unterschlagung ist der Inhaber einer Kornwestheimer Fahrzeugtransfer-Firma vor dem Ludwigsburger Amtsgericht davongekommen. Er war von einem Mann aus Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) aus derselben Branche bei der Polizei angezeigt worden. Strafrechtlich hat das vorübergehende Verschwinden zweier Fahrzeuge also keine Folgen, aber der Schorndorfer kann gegen den Kornwestheimer zivilrechtlich auf Schadensersatz klagen, weil letzterer seine Aufträge nicht erfüllt hat.

Bei den Fahrzeugen, die der 33-jährige Kornwestheimer seinem 36-jährigen Auftraggeber aus Schorndorf am 4. August vergangenen Jahres unterschlagen haben soll, handelte es sich um einen Ford Mondeo im Wert von etwa 35 000 Euro und um einen rund 30 000 Euro teuren Ford Transit. Die Staatsanwaltschaft ging in diesem Fall davon aus, dass der Angeklagte die Fahrzeuge behalten wollte, anstatt sie, wie vereinbart, ins nordrhein-westfälischen Zülpich zu überführen.

Pannen-Fahrzeug stehen gelassen

„Den Mondeo habe ich nach Zülpich überführt“, sagte der Beschuldigte. Allerdings erst, als das Fahrzeug, ein Leasing-Rückläufer, vom Hersteller gestohlen gemeldet war. Dafür, dass das Auto zu spät abgegeben wurde, kann der Schorndorfer von dem Kornwestheimer Entschädigung fordern und der Hersteller wiederum von ihm. Denn der hätte das Auto in der Zwischenzeit nutzen oder verkaufen können.

Über den Kleintransporter teilte der Kornwestheimer mit, dieser hätte wegen einer Panne ins hessische Bensheim geschleppt werden sollen, welches aber nicht gerade auf dem direkten Weg nach Zülpich liege, wie der Ankläger betonte. Einer seiner Fahrer, erklärte der Kornwestheimer, sei bei der Panne abgehauen. Den Ford Transit hat die Polizei im vergangenen September sichergestellt, er hatte wochenlang in Worms gestanden.

Problematisches Unternehmen

Von der Richterin auf Probleme mit dem Schorndorfer Unternehmer angesprochen, meinte der Angeklagte: „Das ist eine andere Geschichte. Das gehört nicht hierher.“ Damit sollte er sich täuschen, denn der 36-jährige Schorndorfer trat als Zeuge auf. Weil er seinerzeit zu viele Aufträge gehabt habe, habe er welche an den Kornwestheimer abgegeben. Bis Juli sei alles gut gegangen, aber dann sei dieser unzuverlässig geworden, wie im vorliegenden Fall. Bei einem der vermeintlich unterschlagenen Fords habe ihm der Angeklagte ein gefälschtes Abgabeprotokoll geschickt und das später auch zugegeben. Er habe auch mitbekommen, dass die Fahrer des Kornwestheimers zu überführende Fahrzeuge behalten hätten, weil er ihnen keinen Lohn bezahlt habe.

Der Kornwestheimer Unternehmer ist offenbar in großen Schwierigkeiten. Er fürchte um seinen Angestellten-Job als Fahrer, weil er seinen Führerschein abgeben müsse. Denn: Die offenbar zahlreichen Punkte seiner ungarischen Fahrer, konkretisierte er, habe die Behörde ihm aufgehalst. Und er sitzt auf rund 100 000 Euro Schulden aus seiner Fahrzeugtransfer-Firma. Der Kornwestheimer konnte froh sein, dass das Gericht kein Geld für die Einstellung seines Verfahrens wollte. Es hatte ihm nicht nachweisen können, dass er die Autos unterschlagen wollte.

 
 

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