Kornwestheim B-27-Brücke wird deutlich früher fertig

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Tim Weirich und Hannah Trick vom Baureferat des Regierungspräsidiums Stuttgart erläutern den aktuellen Stand des Neubaus der Gumpenbachbrücke. Foto: Peter Meuer

Kornwestheim - Etwa zwei Monate sind es mittlerweile: Soviel Zeit haben die Planer in Sachen Gumpenbachbrücke rausgeholt. Ursprünglich sollte der Neubau im September 2022 abgeschlossen sein. Dann hieß es, man sei im August fertig. Nun wird es wohl Juli oder gar Juni, bis der Verkehr durchgängig vierspurig fahren kann – über die beiden dann neuen und richtig positionierten Bauwerke, die Teil der B-27-Brücke im Kornwestheimer Osten sind. „In der Folge gibt es nur noch Nacharbeiten, aber die Autos können frei fahren“, so Tim Weirich, Projektleiter des Regierungspräsidiums Stuttgart bei einem Vor-Ort-Termin am Mittwoch.

Der Preis der Geschwindigkeit

Die frühere Fertigstellung hat einen Preis: Eigentlich sollten ab Ende Oktober zumindest für einige Monate wieder zwei Fahrstreifen sowohl Richtung Stuttgart als auch Richtung Ludwigsburg befahrbar sein. Das wird nun nicht möglich sein, Richtung Ludwigsburg wird doch den Winter über nur ein Fahrstreifen zur Verfügung stehen.

Dazu muss man wissen: Der Neubau der B-27-Brücke – ein rund zwei Jahre andauerndes und 27 Millionen Euro schweres Projekt – besteht eigentlich aus zwei Neubauten. Ein westlicher und ein östlicher Bau tragen die Fahrspuren. Und: Diese Neubauten entstehen, während die alten Brücken noch befahrbar sind. Nach den Sprengungen der bisherigen Bauten werden sie jeweils einige Zeit später in Position geschoben. Mit dem westlichen Bauwerk geschah genau das bereits, das östliche Bauwerk wird voraussichtlich im September gesprengt, im Frühjahr wird dann das neue „Oststück“ herangeschoben. Um die Schiebearbeiten schneller vorbereiten zu können, braucht es Platz, zum Manövrieren für Baufahrzeuge und zur Vorbereitung der Baustelle. Ein temporärer Fahrstreifen weniger (auf der neuen Brücke in Seitenlage) bedeutet mehr Raum für eben das und damit eine frühere Fertigstellung.

Was bringt die nächste Sperrung?

Ab kommenden Montag beginnen nun jedenfalls erst einmal Straßen- und Kanalarbeiten Richtung Stuttgart, unterdessen errichten die Kräfte der Baufirma Wolff & Müller das neue östliche Bauwerk: einen Koloss aus 250 Tonnen Stahl und 1400 Tonnen Beton. „Wir haben derzeit gut 30 Leute im Einsatz“, sagt die Bauleiterin Caroline Heß.

Ab Montag jedenfalls wird die Ausfahrt West der Anschlussstelle Kornwestheim-Nord bis Ende Oktober gesperrt, so lange gibt es je einen Fahrstreifen pro Richtung. „Wir sind in enger Abstimmung mit der Stadt Kornwestheim“, betont Tim Weirich. Eine Umleitung für Verkehrsteilnehmer Richtung Stuttgart sei ausgeschildert, sie führt über die Ausfahrt Kornwestheim Süd und von dort weiter über Stuttgarter Straße, Lange Straße, Pfarrer-Hahn-Straße und Aldinger Straße. Der Verkehr auf der Aldinger Straße, der Richtung Stuttgart auffahren möchte, wird in der entgegengesetzten Richtung über Stuttgarter Straße und Co. zur Anschlussstelle Süd geleitet, der Schwerlastverkehr aus Richtung Remseck läuft über die Aldinger Straße und die Robert-Franck-Allee Richtung Ludwigsburg.

Kaum Beschwerden

Generell, so betonen es Weirich und Heß, laufen die Arbeiten gut. Es gebe kaum Beschwerden von Anwohnern wegen Lärm und Dreck – zu Beginn der Baumaßnahmen hatten die Kornwestheimer rund um den Klingelbrunnen derlei befürchtet. „Einmal hat eine Frau uns berichtet, dass das Licht eines Krans in ihr Schlafzimmer leuchtet“, erzählt Caroline Heß. „Das Problem konnten wir lösen“, sagt sie lächelnd. Die Corona-Pandemie habe die Arbeiten zwischenzeitlich erleichtert, vor allem bei Vollsperrungen in der Vergangenheit, sagt Weirich. „Dass weniger Autos unterwegs waren, hat an der Stelle geholfen.“ Allerdings habe sich die Lieferung von Bauholz verzögert, so Heß. Zu Problemen habe das aber nicht geführt.

Neue Ampeln für Kornwestheim

Verkehr
Wegen des Neubaus der Gumpenbachbrücke und der damit einhergehenden Sperrung der Ein- und Ausfahrt Kornwestheim Nord richtet die Stadt nun an zwei Kreuzungen Ampeln neu ein. Eine Lichtanlage wird an der Kreuzung Zeppelinstraße und Mühlhäuser Straße stehen, die andere am Kimry-Platz und der Theodor-Heuss-Straße. Aufgestellt werden sie am Mittwoch, 28. Juli.

Feldversuch
Fußgänger bekommen nicht mehr automatisch Grün, sie müssen dies anfordern. Die Stadt will den „Feldversuch“ auch noch nach Beendigung der Baustelle laufen lassen, um zu testen, wie sich der Verkehr nach der Sperrung unter normalen Verkehrsbelastungen verhält.

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