Kornwestheim B 27: Über 7500-mal hat’s geblitzt

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Erwischt. Foto: dpa

Kornwestheim - Autofahrer sind lernfähig. Das zeigen die Messergebnisse des Blitzers, der auf dem Mittelstreifen der B 27 zwischen den Anschlussstellen Kornwestheim-Mitte und -Süd steht. Hat die Stadt im Jahr 2016 exakt 11 144 Verstöße registriert, so waren es 2017 nur noch 7565. In diesem Jahr könnten es noch weniger werden. In den ersten drei Quartalen hat’s 4817-mal geblitzt. Hochgerechnet kommt man auf rund 6500 Geschwindigkeitsüberschreitungen im Jahr 2018. Das Ganze in Euro ausgedrückt: 2016 kassierte die Stadt dank des B 27-Blitzers 188 000 Euro, im vergangenen Jahr 150 000 Euro. In diesem Jahr hat die Stadtkasse bisher 100 000 Euro verbuchen können.

Nun aber wird die Messanlage, die in beide Richtung blitzen kann und vor sechs Jahren nach einer Häufung von Unfällen installiert worden war, abgebaut. Bevor sich Autofahrer zu früh freuen und auf die Tube drücken: Sie wird auch wieder aufgebaut, und das gleich zweimal.

Am jetzigen Standort kann der Blitzer nicht bleiben, weil das Landratsamt die Schutzplanken austauschen wird. Es kommt damit dem Wunsch des Regierungspräsidiums Stuttgart nach, das an allen vierspurigen Straßen stärkere Schutzplanken installieren lassen will. Die neuen Schutzplanken lassen allerdings keinen Platz für eine Messanlage, die deshalb an den Seitenstreifen rücken wird. Der Nachteil: Von dort kann nur eine Fahrtrichtung überwacht werden. Auf der Ostseite der B 27 (Fahrtrichtung Ludwigsburg) stellt es kein Problem dar, einen Standort zu finden – sieht man einmal davon ab, dass verärgerte Autofahrer, die geblitzt worden sind, nun ohne Probleme die Messanlage erreichen und ihr Mütchen daran kühlen können. Die Stadt will die Überwachungsanlage deshalb mit Leitplanken zur Straßenseite und einem Zaun zum parallel verlaufenden Feldweg hin schützen. Ein Stromanschluss ist bereits vorhanden. Die Kosten für die Umsetzung belaufen sich auf rund 13 000 Euro.

Schwieriger gestaltet es sich, eine Geschwindigkeitsmessanlage auf der Westseite der B 27 zu installieren. Dort steht im Bereich der heutigen Messstation eine Lärmschutzwand, die keinen Platz lässt für einen Blitzer. Deshalb werden die Autofahrer Richtung Stuttgart von einer neuen Überwachungsanlage im Bereich der Anschlussstelle Kornwestheim-Mitte erfasst – allerdings erst ab dem Jahr 2020, weil im Haushalt fürs kommende Jahr kein Geld dafür eingeplant ist. Die Kosten für die Neuinstallation belaufen sich auf rund 85 000 Euro.

Der Standort scheint lukrativ zu sein. In den vergangenen Wochen hat die Stadt Kornwestheim dort die Geschwindigkeit der Fahrzeuge überprüft. Es seien Verstoßquoten von ein bis drei Prozent festgestellt worden, heißt es von Seiten der Verwaltung. Das seien „überraschend hohe“ Werte. Aber da gibt es ja auch noch keinen Lerneffekt.

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