Kornwestheim Balkonmusik gegen die Corona-Trübsal

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Familie Meyle im Einsatz. Foto: Werner Waldner

Kornwestheim - Zwischen Friedrich-Siller- und Zeppelinstraße ist ein Hotspot – und darüber sind die Nachbarn auch sehr glücklich. In dem Wohngebiet leben, wie gestern Abend um 18 Uhr unschwer zu hören war, eine Reihe von Musikern der Städtischen Orchester. Sie beteiligten sich gemeinsam an einer bundesweiten Aktion und spielten ab sechs „Freude schöner Götterfunken“, komponiert von Ludwig van Beethoven im Jahre 1785.

Michael Meyle, Chef der Städtischen Orchester, stand mit Ehefrau Tanja und den Söhnen Florian und Philipp in eisiger Kälte auf dem Balkon im Kornblumenweg; sie musizierten mit Cajon, Trompete, Posaune und Akkordeon. Zwei Häuser weiter hatte Chris Draeger, Schlagzeuger im Großen Blasorchester, ein kleines Keyboard hervorgekramt. Und im Garten gegenüber beteiligte sich die Familie Roßwag mit Streichinstrumenten an dem kostenlosen Balkon- und Gartenkonzert. Auch im Stotzgebiet und in der Stauffenbergstraße war die 18-Uhr-Musik zu vernehmen. Im Hotspot Friedrich-Siller-/Zeppelinstraße war die Begeisterung der Nachbarn so groß, dass sie Zugaben erklatschten. So erklang die „Götterfunken-Freude“ nicht ein-, nicht zwei-, nicht drei-, sondern gleich viermal.

Orchesterleiter Gunnar Dieth hatte die Musiker in den vergangenen Tagen mit den Noten versorgt – so gesetzt, dass sie für die einzelnen Instrumente auch spielbar waren. Drei Durchläufe vor dem Open-Air-Konzert hätten gereicht, dann habe das Familienorchester das Stück spielen können, berichtete Michael Meyle.

Wie gut aber, dass niemand gesungen hat. Wie heißt es in der Hymne: „Seid umschlungen, Millionen! Diesen Kuss der ganzen Welt!“

Danke, zurzeit lieber nicht.

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