Kornwestheim Bank stellt Container auf den Parkplatz

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Auf den Parkplatz an der Kantstraße werden die KSK-Container gestellt. Foto: Mateja fotografie

Kornwestheim - Die Kreissparkasse Ludwigsburg will ab Ende April ihre Filiale vorübergehend an die Kornwestheimer Kantstraße 10 verlegen. Voraussichtlich für etwa zwei Jahre sollen die Dienstleistungen des Bankhauses dort dann in großen Containern angeboten werden. Das zweistöckige Übergangsgebäude wird wohl mehr als 500 Quadratmeter bieten.

Der Grund für den Umzug: Die Filiale an der Johannes-straße wird abgerissen und mit einem Neubau ersetzt. Als „Investition in die Zukunft“ beschrieb der Sparkassen-Sprecher Martin Lober das Neubau-Vorhaben, als es bekannt wurde. Er sprach davon, das bisherige Filial-Gebäude in der Johannesstraße sei in die Jahre gekommen, und die Kreissparkasse Ludwigsburg wolle den Kornwestheimer Kunden künftig die „bestmögliche Filialumgebung“ anbieten können.

Um das Übergangsgebäude errichten zu können, ist und war die Kreissparkasse auf die Hilfe der Stadt Kornwestheim angeboten. Der Stadt nämlich gehört das Areal, auf dem die Container Platz finden sollen – es ist der 270 Quadratmeter große Parkplatz der ehemaligen Stadtbücherei. Aktuell parken dort noch immer ab und zu Autos. Das wird zwar von der Stadt geduldet und die Knöllchenverteiler halten sich zurück, erlaubt ist es aber streng genommen nicht: Der Parkplatz war nur für Nutzer der früheren Bücherei gedacht, die aber nicht mehr in Betrieb ist und in die bald die stadtgeschichtliche Sammlung eingelagert werden soll.

Dass die Kreissparkasse daher hier übergangsweise Platz finden kann, beschloss der Kornwestheimer Verwaltungs- und Finanzausschuss bereits in nicht-öffentlicher Sitzung Anfang Dezember. Die Stadtverwaltung wurde laut dem Beschluss ermächtigt, einen sogenannten Gestattungsvertrag mit der Kreissparkasse Ludwigsburg abzuschließen, der ein monatliches Entgelt für die Fläche und die weiteren Kosten vorsieht. Kurz gesagt: Die Stadt vermietet den Parkplatz an die Bank. „Wir wollten der Sparkasse während des Umbaus und Abrisses einen übergangsweisen Standort anbieten“, bestätigt die Oberbürgermeisterin Ursula Keck. „Dieser sollte möglichst innenstadtnah sein und möglichst nah, also fußläufig erreichbar, zum bisherigen Standort liegen“, ergänzt Keck.

Die Rathauschefin hebt das Engagement der Kreissparkasse und die Unterstützung der Stadt wohl auch deswegen hervor, weil eine durchgängige Versorgung mit Bankdienstleistungen längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist in vielen Gemeinden oder auch kleineren Städten. Kornwestheim selbst blieb in der Vergangenheit nicht verschont von Einsparungen der Bankhäuser und Filialschließungen.

Auch die Kreissparkasse schloss ihre Filiale in der Kornwestheimer Rosensteinstraße Ende 2016. Ein weiteres Beispiel ist die Sparda-Bank: Das Geldhaus kündigte im Frühjahr 2018 an, sich aus Kornwestheim zurückziehen zu wollen, aus der Filiale am Bahnhof ein Selbstbedienungsterminal zu machen. Die Sparda-Bank begründete den Schritt mit „Überschneidungen der Vertriebswege“ der Filialen in Kornwestheim und Ludwigsburg. Oft erklären Banken Schließungen und Umstrukturierungen zudem mit dem geänderten Nutzungsverhalten der Kunden – immer mehr Menschen würden auf Onlinebanking umstellen, sich digital informieren.

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