Kornwestheim Bartholomä: „Die Situation ist verfahren“

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Annegret Kramp-Karrenbauer Foto: dpa

Kornwestheim - Sven Waldenmaier, Vorsitzender der CDU Kornwestheim, zieht den Hut vor diesem Schritt, aber er atmet auch auf. „Ich bin erleichtert“, sagt der Stadtrat über den angekündigten Rückzug der Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Dass sie sich auf Dauer nicht hätte halten können, das sei in den vergangenen Wochen spürbar gewesen. Sie habe es nicht geschafft, die unterschiedlichen Positionen bei den Christdemokraten zusammenzuführen, so der Stadtverbandsvorsitzende. Auch im Gespräch mit anderen Parteimitgliedern sei immer wieder deutlich geworden, dass die Art von Kramp-Karrenbauer mitunter nicht so gut ankomme.

Waldenmaier macht keinen Hehl daraus, wen er für den geeigneten Nachfolger halte: Friedrich Merz. Der Sauerländer sei geeignet, die Werte der CDU nach außen zu vertreten und die konservative Mitte zu erreichen. Waldenmaier hatte in den vergangenen Wochen verfolgt, wie sich Merz zu unterschiedlichen Themen positioniert hat. „Das hat mich überzeugt“, sagt Waldenmaier. Seine Posts seien fachlich fundiert. Waldenmaier legt sich damit schon früh fest, wen er für den geeigneten AKK-Nachfolger hält. Im Gespräch sind aber auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn.

„Die Situation ist verfahren“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans Bartholomä, der die Ursache dafür aber nicht allein in Thüringen sieht. Die Probleme seien schon mit der Vorsitzenden-Wahl Ende 2018 entstanden. Die Abstimmung hatte Kramp-Karrenbauer nur knapp für sich entscheiden können. „Das hat die Partei gespalten“, ist Bartholomä überzeugt. Wie ein roter Faden ziehe sich dieser Riss durch die Amtszeit von AKK. Nun sei es aber an der Zeit, dass man sich wieder einige. Aber wie sich einigen, wenn man sich nicht einig ist? „Dann ist Führung angesagt“, so Bartholomä.

Von einem weiteren Mitgliederentscheidung bei der Suche nach einem neuen Vorsitzenden rät Bartholomä ab. Der neue CDU-Chef solle die Rückendeckung von den Delegierten eines Parteitages bekommen. Auch Bartholomä kann sich gut Friedrich Merz als Vorsitzenden der CDU vorstellen. Aber das, so erinnert er, habe die Landes-CDU auch schon im Dezember 2018 verlauten lassen.

Vor Ort sieht Bartholomä die CDU übrigens nicht so gespalten, wie es bundesweit den Eindruck macht. „Wir machen vor Ort Sachpolitik.“ Dass ein Orts- oder Landesverband anderer Ansicht als die Bundes-CDU sei, das sei aber nicht so ungewöhnlich. Selbst die Kornwestheimer CDU grenzt sich in einem Punkt von den Christdemokraten in Berlin ab – beim Nordostring, der von der Bundespolitik befürwortet wird, von der Kornwestheimer CDU aber abgelehnt wird.

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