Kornwestheim Bezirksbau reißt Wohnhaus in der City ab

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Das haus in der Güterbahnhofstraße steht bald nicht mehr. Foto: Dominik Florian

Kornwestheim - Das Haus hat in der Güterbahnhofstraße einen gewissen Seltenheitswert. Es ist eines der wenigen Gebäude, das kein Ladenlokal aufweist. Das wird sich ändern. Mit dem Neubau bekommt auch dieser Standort im Erdgeschoss eine Gewerbefläche. Die Zahl der Wohnungen wird auf zwölf erhöht, wie die Kornwestheimer Genossenschaft mitteilt.

Die knapp 90 Jahre, die das Haus in der Güterbahnhofstraße steht, sieht man ihm nun wahrlich nicht an. Gleichwohl: Es ist in die Jahre gekommen, sagt die Bezirksbaugenossenschaft Altwürttemberg als Eigentümerin. Geschäftsführer Marcus Gunkel: „Wasser, Abwasserleitungen und Elektrik sind dringend sanierungsbedürftig, die vorhandenen Deckenkonstruktionen sowie die Treppenhäuser und -stufen aus Vollholz erfüllen nicht annähernd den heutigen Anspruch an den Schallschutz.“

Aber das sind nicht die einzigen Probleme: Das Wohnhaus sei im Jahr 1930 in einfacher und kostengünstiger Bauweise errichtet worden, sagt Gunkel. Er spricht von einer „mangelhaften und minderwertigen Bausubstanz“. Gleichwohl überprüfte die Bezirksbau, ob sich das Mehrfamilienhaus sanieren lässt. Das Ergebnis: Es ist nicht möglich. Gunkel: „Die in Betracht kommenden Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen waren entweder wirtschaftlich nicht zu vertreten oder scheiterten an den technischen und architektonischen Gegebenheiten.“ Auch mit beträchtlichen Investitionen wäre es nicht möglich gewesen, Barrierefreiheit zu erreichen, die Wohnungen neu zuzuschneiden und verbesserten Schallschutz zu erreichen. Die Bezirksbau entschied sich für einen Abriss des Innenstadthauses.

Schon über ein Jahr ist die Bezirksbau mit ihren Mietern im Gespräch. Für drei der sechs Mietparteien ist bereits eine neue Wohnung gefunden worden. Ein Mieter wird in eine Eigentumswohnung ziehen. Damit ein reibungsloser Übergang möglich ist, hat die Kornwestheimer Genossenschaft den Abriss nach hinten verlegt. „Mit den letzten beiden Bewohnern sind wir im Kontakt, um eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden“, so Marcus Gunkel.

Der Neubau wird im Erdgeschoss eine Gewerbefläche haben, zudem entstehen zwölf Wohnungen und die dafür erforderlichen Stellplätze. Allerdings: So günstig wie die Miete im in die Jahre gekommenen Altbau wird’s in dem neuen Haus nicht mehr sein. Wohnraum mit für die Region sehr günstigem Mietzins geht mit dem Abriss verloren.

Abriss und Neubau – das ist für die Wohnungsbaugenossenschaft ein Weg, den sie auch in früheren Jahren schon gegangen ist. So sind an der Ludwig-Herr- und Friedrich-Siller-Straße eine Reihe von Mehrfamilienhäusern entstanden, die in die Jahre gekommene Bauten ersetzt haben.

Mit dem Neubau in der Güterbahnhofstraße will die Bezirksbaugenossenschaft Altwürttemberg im kommenden Jahr beginnen.

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