Kornwestheim Corona: 13 Bewohner des Pflegeheims Leonardis sterben

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Kornwestheim - In den vergangenen Wochen sind 13 Bewohner und Bewohnerinnen des Pflegeheims Leonardis in Kornwestheim an oder mit dem Corona-Virus gestorben. Eine Sprecherin der Alloheim Senioren-Residenzen, zu denen die Kornwestheimer Einrichtung gehört, bestätigte diese Informationen unserer Zeitung: „Es gab 13 Sterbefälle, darunter auch Palliativfälle, die positiv getestet wurden“, sagte sie auf Nachfrage.

Schon vor drei Wochen war bekannt geworden, dass sich in der Einrichtung in einem Gewerbegebiet im Süden Kornwestheims die Fälle von Covid-19-Erkrankungen häuften. Zunächst hatte ein Bewohner Symptome gezeigt, der regelmäßig zur Dialysebehandlung muss und sich eventuell außer Haus angesteckt hat.

In der Folge wurden zwölf Bewohner der Einrichtung, die Platz für 114 ältere Menschen bietet, positiv auf das Coronavirus getestet. Mittlerweile haben weitere Auswertungen ergeben, dass insgesamt 14 Pflegekräfte und 46 Bewohner des Leonardis-Heims positiv auf Covid-19 getestet wurden. „Darunter fallen auch die, die keinerlei Symptome einer Erkrankung zeigen oder zeigten“, sagte die Sprecherin. Von den 14 Pflegekräften seien zwölf wieder genesen, ergänzte sie. „Der vorgegebene Personalschlüssel ist und war zu jeder Zeit sichergestellt.“ Um die zwischenzeitlichen Ausfälle zu kompensieren, hatte das Pflegeheim Personal aus anderen Pflegeheimen der Gruppe angefordert und auf Leasingkräfte zurückgegriffen, wie der Alloheim-Regionalleiter Martin Strobl sagte. Auch die Stadt hatte Hilfe angeboten. Unter anderem stellte die Oberbürgermeisterin Ursula Keck einen Kontakt her zum Klinikum in der Partnerstadt Weißenfels, wo man sich offen zeigte, Pflegekräfte nach Kornwestheim zu senden – ein Engagement, das aber bisher nicht notwendig war.

Die erste umfangreiche Welle an Corona-Tests vor drei Wochen hatte das Alloheim mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Ludwigsburg organisiert. Der Kreis hat zu diesem Zweck eine mobile Testeinheit für Pflegeheime eingerichtet, um Infektionen frühzeitig zu erkennen und Bewohner und Pflegekräfte zu schützen. Aus dem Gesundheitsamt des Kreises heißt es nun, dass die mobile Einheit am Montagvormittag dieser Woche erneut beim Alloheim war, um zu testen ob es weitere Infektionen gibt. Das Gesundheitsamt des Kreises und die Leonardis Seniorenresidenz hätten in den vergangenen Wochen einen engen Kontakt gehabt, heißt es aus der Behörde weiter. Der Alloheim-Regionalleiter Martin Strobl sagte, die Situation habe sich „mittlerweile beruhigt“.

Schon vor drei Wochen, nachdem die ersten Fälle auftraten, hatte das Kornwestheimer Pflegeheim Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Martin Strobl berichtete von einem „umfangreichen Isolations- und Quarantänekonzept“. Das Pflegeheim richtete unter anderem Isolationsschleusen ein und teilte die Mitarbeiter auf verschiedene Abschnitte des Hauses auf, um die Ansteckungsgefahr zu verringern.

Die Oberbürgermeisterin Ursula Keck brachte den Angehörigen der Verstorbenen gegenüber ihr Mitgefühl zum Ausdruck. Die Fälle im Alloheim zeigten, „dass wir als Stadt und als staatliche Behörden alles tun müssen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren“, betonte sie. Insgesamt verzeichneten die Behörden in Kornwestheim bislang 138 mit Corona infizierte Menschen, von denen 15 gestorben sind. Bei zwölf Personen läuft die Quarantänefrist noch, demnach kann von bisher 111 genesenen Personen ausgegangen werden.

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