Kornwestheim Corona: Musizieren nach italienischem Vorbild

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Vor 250 Jahren wurde Ludwig van Beethoven geboren. Nun wollen die Städtischen Orchester aus diesem Anlass die Europahymne spielen. Foto: dpa/Oliver Berg

Kornwestheim - Wer die Hoffnung, am Wochenende bei irgendeiner Veranstaltung auf Kurzweil und Freunde treffen zu können, der wird enttäuscht. In Kornwestheim ist das öffentliche Leben nahezu vollständig heruntergefahren worden. Aber gleichwohl gibt’s Lichtblicke und Engagement. Und Musik zudem.

Gunnar Dieth, Dirigent der Städtischen Orchester, hat dieser Tage mal flugs die Europahymne „Freude schöner Götterfunken“ für die verschiedenen Instrumente gesetzt. Sie soll am Sonntag erklingen – um 18 Uhr. Wo? Überall. Natürlich werden sich die Mitglieder der Städtischen Orchester nicht zu einem gemeinsamen Konzert zusammenfinden, sondern sie spielen getrennt – jeder bei sich daheim im Garten oder auf dem Balkon.

Für die Zuschauer heißt das also: Fenster auf oder einen Spaziergang (in einer Gruppe mit maximal drei Personen) unternehmen und zuhören – nicht einem prallen Orchesterklang, sondern den Soloinstrumenten. Für die Musiker ist das besonders herausfordernd: Fehler sind, wenn man alleine musiziert, viel einfacher zu hören und gehen im großen Orchesterklang nicht unter. Beifall ist übrigens auch in Corona-Zeiten erlaubt.

Vorbild für diese Aktion ist Italien, wo bereits seit Wochen Musik aus den Wohnungen und von den Balkonen erklingt. Dort wird über die sozialen Medien Werbung für den besonderen Flashmob gemacht. Ob mit Gitarren, Geigen, Flöten, Trommeln, ob nur Gesang oder mit Löffeln, Töpfen und Pfannen – die Bürger des besonders vom Coronavirus geplagten südeuropäischen Landes folgen dem Aufruf, um mit der Musik sich selbst und anderen ein bisschen Freude zu machen.

Für die Europahymne haben sich die Organisatoren übrigens nicht ohne Grund entschieden. Komponist Ludwig van Beethoven wurde vor 250 Jahren in Bonn geboren.

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