Kornwestheim Covid 19: Scott Wood gestorben

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Scott Wood vor seiner Lieblingskneipe, dem Bistro St. Georges. Foto: Archiv/Peter Meuer

Kornwestheim - Heute wäre er 77 Jahre alt geworden. Doch den Geburtstag zu feiern, das war ihm nicht mehr vergönnt. In der vergangenen Woche verstarb der Cartoonist, der viele Jahre in Kornwestheim gelebt hat und erst 2018 zurück in die Staaten ging, an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Die Trauer ist auch in Kornwestheim groß, wo er viele Freunde hatte, die nach seiner Rückkehr in die USA weiter Kontakt zu ihm hielten.

Als Soldat war Scott Wood Mitte der 1980er-Jahre nach Kornwestheim gekommen. Er fühlte sich wohl in der Stadt und machte sie nach seiner Zeit beim Militär, wo er zuletzt als Deputy Commander fungierte, zu seiner neuen Heimat. Viele Freunde hatte er in Kornwestheim, ein Zeichen für die Offenheit, mit der er auf die Menschen zuging und den Kontakt suchte, und für seine außergewöhnliche Gastfreundschaft. Und dabei beherrschte er die Sprache noch nicht einmal besonders gut. Er sei da schon ein bisschen nachlässig gewesen, gestand er einmal im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber es sprächen doch alle so gut Englisch in Deutschland.

Wood hatte das Softballteam des SV Pattonville mit aufgebaut, das passenderweise den Namen „Woodpeckers“ trägt. Jahrelang trainierte er die Mannschaft, die aus einer Kneipenidee entstanden war. Der Erfolg konnte sich sehen lassen: Einmal reichte es zum dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Zu den Festtagen im Jahresverlauf gehörte der Superbowl. Die Übertragung des Footballs-Finales schaute sich Wood stets zusammen mit seinen deutschen Freunden an.

Wood diente viele Jahre in der US-Armee. Er sprach nicht gerne darüber. Ein Jahr lang war er in Vietnam. „Das war genug“, sagte er und ergänzte: „Eigentlich wäre ein einzelner Tag dort genug gewesen.“ Der Marlboro-Mann, wie er in Kornwestheim auch schon mal genannt wurde, war ein herausragender Cartoonist. Er erfand für die Zeitschrift „Stars and Stripes“ die Figur des Quibbley. Acht Bücher und einen Kalender veröffentlichte er mit den Quibbley-Geschichten, in denen sich manch ein deutscher Freund wiederfand.

Im Februar 2018 zog es Wood zurück in die USA nach Texas zu seinen zwei Kindern und den Enkelkindern. Zeichnen wollte er. Viel Zeit dafür ist ihm nicht geblieben.

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