Kornwestheim Das Warten auf die Elektrofahrzeuge

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Falsch parken ist bei der Automeile unerlässlich: Sonst passen nicht alle Kfz in die City. Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Die Verunsicherung ist an nahezu jedem Stand zu spüren. Wie geht’s weiter mit dem Diesel? Wann kommt das elektrobetriebene Auto mit einer Reichweite über den Schwarzwald hinaus? Aber trotz dieser Fragen der Besucher, auf die auch die Autohändler keine Antworten haben: Das Interesse am Automobil ist ungebrochen, wie die Automeile am Wochenende in der Kornwestheimer Innenstadt zeigte.

Ständig wurden die Autotüren geöffnet, ein Interessent nach dem anderen nahm hinterm Lenkrad Platz, derweil die anderen in den Kofferraum lugten und sich von den Mitarbeitern der Autohäuser erklären ließen, wie man den Rücksitz umklappt, um das Ladevolumen zu vergrößern. Die Besucher ließen sich Prospektmaterial geben, erkundigten sich nach technischen Daten oder vereinbarten gleich Termine für Probefahrten.

Ganz ungezwungen geht’s auf der Automeile zu. Der Bummel durch die Innenstadt gehört zum sonntäglichen Spaziergang. Und so informiert Wolfgang Wegst vom gleichnamigen Autohaus, das die Marken Mazda, Seat und Opel führt, nicht nur über die neuesten Modelle wie den Mazda 3, sondern plaudert mit den Kunden auch über Privates oder das gute Wetter. Aber ebenso über die E-Mobilität. Wann kommt denn der große Durchbruch? Wenn der erste Hersteller ein Modell auf den Markt bringt, das für Otto Normalverbraucher erschwinglich ist und darüber hinaus mit guten Leistungen aufwarten kann, so die Antwort von Wegst. Ein „alltagstaugliches Elektrofahrzeug eben.“ Er mutmaßt, dass das Jahr 2020 ein wichtiges für E-Mobilität wird. Und wann stehen zum ersten Mal mehr Elektrofahrtzeuge als Autos mit Verbrennermotor auf der Kornwestheimer Automeile? Wolfgang Wegst zuckt mit den Schultern: „In fünf Jahren vielleicht.“

„In zehn Jahren“, mutmaßt Cihat Demirci, der am Stand von Autohaus Marquardt aus Zuffenhausen Dienst schiebt. Auch er beantwortet den Interessenten viele Fragen rund ums Auto, zu Abwrack- und Umweltprämien, zum Diesel und zu den Benzinern. Matthias Mohrbacher von Hahn Automobile, das die Marke Skoda auf der Automeile präsentiert, lässt auf den Diesel nichts kommen und wirbt bei den Kunden für den in Verruf geratenen Treibstoff. Die Schau sei eine gute Möglichkeit, Fahrzeuge zu präsentieren und mit den Kunden ins Gespräch zu kommen, zeigt er sich von der Automeile angetan, bei der die Skoda-Fahrzeuge das zweite Mal zu sehen sind. Er freut sich über ein fachkundiges Publikum, das sich viele Gedanken über Mobilität macht.

Thilo Schüle öffnet Türen, Kofferräume und Motorhauben bei den Peugeot-Fahrzeugen vom Autohaus Ditting. Auch er beantwortet viele Fragen zum Diesel. Die Verunsicherung sei weiterhin zu spüren, sagt der Autoexperte. Enttäuscht zeigt er sich, dass nicht alle Einzelhändler beim verkaufsoffenen Sonntag mitziehen und so manche Ladentür doch geschlossen bleibt.

Acht Fahrzeuge haben die Mitarbeiter vom Autohaus Brunold nach Kornwestheim gefahren und präsentieren sie in der Bahnhofstraße. Sowohl Neu- als auch Vorführwagen seien darunter, berichtet Marc Messmer, der zusammen mit mehreren Kollegen den Interessenten Rede und Antwort steht. Auch zwei Cabrios befinden sich unter den Fahrzeugen, und die ziehen besonders viel Interesse auf sich.

Das dürfte am Wetter liegen. Die Sonne strahlt und lässt die blank gewienerten Karossen um die Wette blitzen. Ins Strahlen gerät auch so mancher Autofan angesichts der SUV, die Nico Tolisano vom Autohaus Solitude präsentiert. Das Interesse an den Pkw mit erhöhter Bodenfreiheit sei ungebrochen erzählt der Kornwestheimer Autohändler. Das Autohaus Haass hat ein Elektrofahrzeug mit nach Kornwestheim gebracht – gut zu erkennen an der Steckdose, die vorne im Auto steckt und so manchen Besucher interessiert schauen lässt. Julian Carrasco und seine Kollegen müssen viele Fragen beantworten. Auch an ihn die Frage: Wann präsentiert das Autohaus auf der Automeile mehr E-Fahrzeuge als solche, die noch auf Benzin angewiesen sind. „Das wird noch dauern“, antwortet er und tippt aufs Jahr 2030.

Michael Lindt vom Autohaus Weller beobachtet ein großes Interesse an den Sportwagen von Hyundai. „Die N-Modelle sind gefragt“, sagt er. Auch am Weller-Stand an der Ecke Stuttgarter Straße/Bahnhofstraße ist das Geräusch der Autotüren den ganzen Tag über zu hören.

Die Kornwestheimer Einzelhändler begleiten die Autoschau mit einem verkaufsoffenen Sonntag. Das Interesse ist groß, den ganzen Nachmittag über bummeln die Kornwestheimer durch die Innenstadt und nutzen die Zeit, um sich in Ruhe beraten zu lassen und einzukaufen. Die Kinder zieht es zu Spielwaren Sperling, wo sie ihre Hände in grünen Glibberschleim stecken können. Auf dem Holzgrundplatz gibt’s Oldtimer vom MSC Ludwigsburg zu sehen, Jürgen Reichert sorgt für Gitarrenmusik – ein entspannter Sonntag, aller Verunsicherung rund ums Auto zum Trotz.

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