Kornwestheim Das Wasser spritzt bis an die Decke

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Die „Cologne Bombs“ Foto: Mateja fotografie

Kornwestheim - Die knallgelbe Schwimmbrille auf den Augen, den pinkfarbenen ­Badeanzug am Körper – so zieht die kleine Sophie im Sportbecken fleißig ihre Bahnen. Der Bademeister hat die junge Dame fest im Blick, und auch ihre Mutter ist nur einen Schwimmzug von ihr entfernt. 25 Meter in die eine Richtung, 25 Meter in die andere. Dann legt Sophie eine kurze Verschnaufpause ein.

Pausen kennen die Schwimmer ein paar Meter weiter auf den abgetrennten Sportbahnen quasi nicht. Hier werden ohne anzuhalten fleißig die Kacheln gezählt. Bahn um Bahn wird gekrault, die einen auf dem Bauch, die anderen auf dem Rücken. Manch einer nutzt sogar das neue „Swimtag“, das Digitalarmband, das alle Trainingsdaten aufzeichnet. Sozusagen die „smarte Möglichkeit, sich täglich neuen Herausforderungen zu stellen“, wie Christian Schneider, Vorsitzender der ­Geschäftsführung der Stadtwerke, in einer Pressemitteilung vorab verkünden lies.

Noch schwimmt Sophie ohne, sie weiß auch so, wie viel sie heute noch hinbekommt: „Zwei Bahnen möchte ich noch schaffen“, sagt die Grundschülerin. Aber in ein paar Jahren da gehört sie vielleicht auch zu den Swimtaggern, vernetzt sich und konkurriert europa- und sogar weltweit mit anderen Schwimmern. Beim Aktionstag im Rahmen der Wiedereröffnung des Alfred-Kercher-Sportbads war am Samstagnachmittag einiges geboten – weit mehr als nur Schwimmen. Nachdem die Oberbürgermeisterin Ursula Keck mit ­wenigen Worten das Bad offiziell eröffnet hatte, schritten die „Cologne Bombs“ zur Tat. Im Doppelpack legten sie vom Fünf-Meter-Turm den Eröffnungsplatscher hin. Mit einem riesem Krawumm spritzte das ­Wasser bis zur Hallendecke. Der Rest der neunköpfigen ­Truppe legte nach. Aus dem ­Handstand heraus, stehend, hockend, sitzend, mit Anlauf, ­alleine, gemeinsam oder auch Nacheinander stürzten sich die Jungen auf verschiedene Art und Weise ins Wasser.

Mal mit Drehungen, mal mit mehrfachem Überschlag, mal in fliegender Superman-Pose, mal sitzend. Nur eines hatten fast alle Sprünge gemeinsam: einen großen, lauten und heftigen Platscher beim Eintauchen ins kühle Nass. Genau das ist nämlich das Markenzeichen der Showspringer. So ausgefallen und abgefahren wie möglich ins Wasser zu springen und dabei im wahrsten Sinne des Wortes eine Wasserbombe hochgehen zu lassen.

Die Zuschauer im Bad hielten da sich oftmals mitfühlend und mit schmerzverzerrtem Gesicht die Hände an den Bauch, den Po oder in die Gegend der männlichen Weichteile. So mancher Badegast blieb von der Show aber auch völlig unbeeindruckt und konzentrierte sich eben doch nur auf das, wozu man ins Schwimmbad geht: das Schwimmen.

Die meisten Gäste lobten, das Bad sei schön geworden und der frische Touch ­gefalle ihnen. So auch Daniela Floß. Sie besucht das Kornwestheimer Bad mit ihren Kindern regelmäßig: „Ich finde es klasse, dass man es etwas sportlicher macht.“ Vor allem sagen ihr die Wimpelketten für Rückenschwimmer zu. „Das ist schon sehr praktisch“, lächelte sie.

Auch Andreas Gleiter aus Zuffenhausen kommt gerne mit der Familie ins Alfred-Kercher-Bad. Von der Umgestaltung hatte er nichts gewusst, zeigte sich aber äußerst erfreut über die Entwicklung hin zum Sportbad: „Für mich als Hobbyschwimmer ist das super. Ich kann hier im abgetrennten Bereich ganz in Ruhe meine Bahnen schwimmen.“ In aller Ruhe Bahnen schwimmen, das macht auch Franz Fuderer gerne. Seit 1975 kommt er schon ins Kercher-Bad. Die neuen Entwicklungen wie das Swimtag benötigt er nicht, doch das abgetrennte Schwimmen sagt auch ihm sehr zu. „Hier kann ich un­gestört meine Bahnen ziehen“, sagt auch Fuderer erfreut.

Neben den Cologne Bombs, welche die Badegäste mit drei Auftritten begeisterten, sorgten am Nachmittag auch noch eine Wasserball-Show und ein Mitmachspiel sowie Aqua-Kurse für außerordentlich Bewegung im Bad. Und so kamen am Aktionstag im Alfred-Kercher-Bad alle auf ihre Kosten: die einen beim Schwimmen, die anderen beim Zuschauen und zuletzt auch die, die nur mal ins Sportbad reinschnuppern wollten.

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