Kornwestheim Der alte Schaltschrank hat ausgedient

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Der alte Schaltschrank im Schulkeller wird erneuert. Foto: z

Kornwestheim - Die Chancen stehen gut, dass die Fischlein im Schul-Aquarium des Ernst-Sigle-Gymnasiums (ESG) auch an diesem Donnerstag wie gewohnt vor sich hinblubbern können. „Momentan liegen wir im Plan“, sagt Peter Sasse, der IT-Koordinator für die Kornwestheimer Schulen, am Mittwochnachmittag, als er im Keller des ESG vor dem Technikraum steht. Dort wird die sogenannte Niederspannungshauptverteilung erneuert. Und an diesem Stromkasten hängt auch die Pumpe für das Gymnasiums-Aquarium. Um die Fische weiter mit Sauerstoff zu versorgen, wird sie übergangsweise mit einer Batterie betrieben. Läuft alles glatt, haben die Tiere bis zu diesem Morgen gar nichts von der Umstellung bemerkt.

Kapazitäten sind erschöpft

Nicht nur das ESG selbst wird von hier aus mit Strom versorgt. Auch die benachbarte Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule, das Museum im Kleihues-Bau, die Musikschule, die Rechberghalle und die Tiefgarage unter dem Marktplatz sind mit dem Schaltkasten verbunden, der die notwendigen Kapazitäten nicht mehr leisten kann und nun ausgetauscht wird. All jenen Gebäuden hat das Expertenteam am Mittwochmorgen gegen 8.45 Uhr den Saft abgedreht. Neben Sasse schauen auch die Kornwestheimer Finanzbürgermeisterin Martina Koch-Haßdenteufel und Pressesprecherin Lisa Herfurth vor Ort vorbei, um sich ein Bild der Lage zu machen. Es ist eine einigermaßen aufwendige Angelegenheit, die die Arbeiter im Schulkeller vor sich haben. An allen Ecken und Enden des Verteilerraumes und des Korridors liegen Kabel, Leitungen ragen aus der Wand.

Digitalisierung fordert Umbau

Notwendig wurde der Umbau, da für den Fortgang der Digitalisierung von ESG und Gemeinschaftsschule eine bessere Stromversorgung vonnöten ist. Seit 2016 erneuert die Stadt sukzessive die Verteilerkästen in ihren Bildungseinrichtungen – zunächst 2016 in der Silcher-Grundschule und anschließend in der Eugen-Bolz-Schule, der Schillerschule, der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule und schließlich im Gymnasium. Fehlt nur noch die Realschule. Da dort in Zukunft der Schulcampus Ost entstehen wird, sind ohnehin größere Umbauten vonnöten.

Im Falle des ESG werden 56 000 Euro für die Erneuerung fällig. „Allein der neue Schaltschrank kostet mehr als 35 000 Euro“, fügt Peter Sasse hinzu. Viele Details und Szenarien mussten Sasse und sein Team im Vorfeld bedenken, da war das Schulaquarium noch das kleinste Problem. Was, wenn es aus Strömen schüttet und die Hebeanlage – also die Entwässerung – der Tiefgarage nicht funktioniert? Was, wenn fälschlicherweise eine Störmeldung an die Firma Siemens als Betreiberin des Ganzen ’rausgeht? Was, wenn es zum Zeitpunkt des Umbaus unerwartet heiß gewesen wäre und es Schwierigkeiten mit Gefahrstoffen in den Chemieräumen des Gymnasiums gegeben hätte? Sasse: „Für die Tiefgarage haben wir beim Bauhof extra mehrere Dieselaggregate bereitgestellt. Und natürlich haben wir die betreffenden Firmen und auch die Feuerwehr vorab informiert.“ In Sachen Chemikalien habe man vorab Kontakt mit den Fachbetreuern des Gymnasiums aufgenommen.

Läuft alles störungsfrei, ist die stromlose Zeit für die betroffenen Einrichtungen jetzt schon wieder vorbei.

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