Kornwestheim Der Elektriker freut sich über die Tanne

Von Marius Venturini
Der Baum kommt aufs Dach. Foto: Marius Venturini

Kornwestheim - Und es gibt sie doch, die Weihnachtsstimmung – obwohl es in Zeiten wie diesen sicherlich schwer fällt, ein richtig besinnlich-friedliches Gemüt zu entwickeln. Freitagmorgen, auf dem Kornwestheimer Marktplatz reihten sich die Stände des Wochenmarkts aneinander, Kinder und Erwachsene hatten sich dick eingepackt und erwartungsfroh versammelt. Gespannte Gesichter allerorten – und es schneite sogar ein bisschen. „Wann geht’s denn jetzt los?“, fragte ein Mädchen in die Runde.

Das, auf das alle warteten, war aber keine Bescherung mit Geschenken und Weihnachtsliedern. Vielmehr hatte es mit schwerem Gerät, mit einer Straßensperrung, mit einer Armada an Bauhof-Fahrzeugen und, jawohl, gleichzeitig mit lieb gewonnener Tradition zu tun: Ein schwerer Autokran hievte den enormen Weihnachtsbaum vom Boden auf den Rathausturm empor. Dort wurde er befestigt, damit er fortan die Stadt überstrahlen kann.

Die grünen Leinen, mit denen er schlussendlich in 48 Metern Höhe auf dem von Architekt Paul Bonatz entworfenen Turm festgezurrt werden sollte, sie schwangen im Wind, als seien sie Teil des Schmucks. Allerdings: Glaskugeln und Lametta suchte man vergebens. Es sind die 500 Lichter, stromsparende LED-Birnen, die in den kommenden Wochen für etwas mehr Wärme in den Herzen der Kornwestheimerinnen und Kornwestheimer sorgen sollen.

Um zehn nach neun schlugen die Bauhofmitarbeiter die Holzscheite, die den Baum auf dem Marktplatz in Position gehalten hatten, mit einem Beil beiseite. Sekunden später schwebte das Gehölz über den Köpfen der Zuschauer, zu denen auch Bauhof-Chefin Martina Kurz und die städtische Pressesprecherin Lisa Herfurth gehörten. Damit nichts schiefgehen konnte, hielt der Kranführer Funkkontakt mit den Arbeitern auf dem Turm. Sie winkten erst herunter, widmeten sich dann ihrer Aufgabe und nahmen den Baum um kurz nach halb 10 Uhr in Empfang. Von hoch oben hörte man schließlich das Surren und Heulen der Kettensäge – es war offenbar noch etwas Schnitzarbeit notwendig, damit der Koloss in die Halterung passte.

Beim Baum handelt es sich übrigens um eine fast exakt zwei Tonnen schwere Nordmanntanne. „Die hat ganz weiche Nadeln, da war unser Elektriker beim Anbringen der Lämpchen ganz glücklich, weil es nicht gepikst hat“, berichtete Martina Kurz lachend.

So war also alles gut gegangen an diesem Freitagmorgen – ganz anders als in den Tagen zuvor, als man beim Bauhof einiges umplanen musste. Eigentlich hätte der Baum bereits am Mittwochmorgen auf den Rathausturm gehoben werden sollen. Da es am Montag jedoch aufgrund des zu weichen Bodens nördlich der Zügelstraße nicht möglich gewesen war, ihn zu fällen und mittels eines Krans aufzuladen, musste die komplette Aktion verschoben werden.

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