Kornwestheim Der Esel steht dieses Mal im Mittelpunkt

Von
Zu Jesus’ Geburt geht die Post ab. Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Ruhig und besinnlich wird es heute in der St.-Martinus-Kirche erst einmal nicht werden. Eher rockig und unterhaltsam. Um 16 Uhr erobern 35 Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren die Kirche. Sie führen beim Familiengottesdienst ihr Krippenspiel auf. Bei der Generalprobe saßen zwar noch nicht alle Texte einwandfrei, „aber das wird schon noch“, ist sich Melanie Stark sicher, die das Stück zusammen mit Elisabeth Stark verantwortet. Sie werden, wenn die Kirche – wie eigentlich immer beim Krippenspiel – rappelvoll sein wird, auch ein bisschen aufgeregt sein, geben sie zu. „Aber die Aufregung gehört dazu“, sagt Elisabeth Stark, „dann läuft’s meistens besser.“ Außerdem falle es den Zuschauern ohnehin nicht auf, wenn am Ende etwas nicht zu 100 Prozent klappe. „Das merken am Ende nur wir.“

Und notfalls wird die Nervosität einfach weggetanzt, denn das Krippenspiel kommt im modernen Gewand daher. Zur Begrüßung wird auf den Takt von Queens „We will rock you“ gerappt, zum Abschluss zu Mark Forsters „Chöre“ getanzt. Wie viel Spaß die Kinder dabei haben, wird schon bei der Generalprobe offenbar. Engel, Hirten, die Heiligen Drei Könige, Maria und Josef, Kamele und Schafe, alle schwingen gemeinsam die Hüften und werfen in der St.-Martinus-Kirche die Arme in die Luft.

Nur einer fehlt: der Ochse. Der gehört in diesem Jahr schlicht nicht zum Stück. Dafür hat sein Kompagnon, der Esel, eine besonders wichtige Rolle. Die Hauptrolle sogar, passend zum Titel „Marias Maultier mault“. Für jedes Kind eine passende Rolle zu finden, das sei in diesem Jahr „relativ gut“ gelaufen, sagt Melanie Stark. „Notfalls schreiben wir einfach noch einen Ochsen oder einen weiteren Hirten ins Stück.“

Rund um den Altar werden sich auf jeden Fall sehr viel mehr Hirten und Schafe tummeln als in der starren Krippe mit den Figuren aus Holz, die ebenfalls in der katholischen Kirche steht. Beim Krippenspiel spielen nicht nur Kinder aus der katholischen Gemeinde mit, eingeladen waren alle, egal, welcher Konfession sie angehören. Und es wollten viele mitmachen.

Musikalisch wird das Stück begleitet von Kantor Peter Alexander Döser auf dem Klavier sowie einem Akkordeon und einer Flötistin. Für die passende Stimmung mit Licht und Ton sorgen Tobias und Thomas Stark. Es braucht viele Hände, um so ein Krippenspiel auf die Beine zu stellen. Und am Ende ist jeder wichtig. Das sei auch die Botschaft, die von dem Stück ausgehen soll, sagt Melanie Stark. „Jesus hat gezeigt: Jeder, der da ist, ist wichtig.“ Und manchmal steht sogar ein einfacher Esel im Mittelpunkt, obwohl um ihn herum eine ganze Schar von Engeln schwirrt.

Artikel bewerten
3
loading
 
 

Sonderthemen