Kornwestheim „Der falsche Kandidat“

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Sven Waldenmaier hätte sich einen anderen Kanzlerkandidaten als Armin Laschet gewünscht. Foto: dpa

Kornwestheim - Der Kornwestheimer CDU-Stadtverbandsvorsitzende Sven Waldenmaier kämpft mit seiner Truppe einen schwierigen Wahlkampf vor Ort. Aufgeben will er nicht – aber viele Entscheidungen und Herangehensweisen seiner Partei sieht der Christdemokrat kritisch.

Herr Waldenmaier, wie geht es Ihnen mit dem Wahlkampf Ihrer CDU?

Mir geht es schlecht damit. Unsere Partei hat Personalentscheidungen komplett an der Basis vorbei getroffen, den falschen Kandidaten gewählt. Es ist unter diesen Bedingungen unheimlich schwierig, überhaupt Wahlkampf zu machen. Wir positionieren uns falsch und haben unsere Stärken nicht richtig heraus gearbeitet.

Sie hätten sich eher Friedrich Merz als Kanzlerkandidaten gewünscht?

Ich war primär für Herrn Merz, und in den folgenden Debatten hätte ich dann Markus Söder bevorzugt. Klar für mich ist allerdings, das füge ich hinzu: Unser Bundestagsabgeordneter Steffen Bilger macht einen super Job, er leidet unter der Situation. Wir versuchen natürlich, ihn zu unterstützen, so gut wir können.

Wie unterstützen Sie in Kornwestheim den CDU-Wahlkampf?

Wir führen einige Schirmgespräche, plakatieren, außerdem organisieren wir derzeit eine Veranstaltung mit dem Innenminister Thomas Strobl und Steffen Bilger im K in Kornwestheim. Der Wahlkampf in der Urlaubszeit ist nichtsdestotrotz schwierig, und unter den genannten Grundvoraussetzungen ohnehin. Die Themen, die die CDU stark machen, kommunizieren wir nicht gut, andere bringen wir nicht glaubwürdig rüber – vor allem denke ich hier natürlich an den Themenkomplex Klima und Klimaschutz. Ich glaube, wir würden das Thema gut besetzen, aber wir bekommen das nicht richtig kommuniziert. Auch an die jungen Wähler kommen wir nur schwer heran.

Kommt die CDU vor der Wahl wieder auf Spur?

Die schlechten Umfragewerte sind für mich nachvollziehbar, zumal bei unserer Personalentscheidung in Sachen Spitzenkandidat. Wir kämpfen weiter, vor allem für Steffen Bilger, aber die Wochen bis zur Wahl werden noch sehr schwierig, und ich weiß nicht, ob die CDU die Situation noch gedreht bekommt. Ich hoffe, dass es ein Weckruf wird, auch, um einmal alteingesessene Strukturen in der Partei zu hinterfragen.

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