Kornwestheim Der Sturm ist da, viele Schüler sind es nicht

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Einsatz an der Ecke Karlstraße/Bahnhofsplatz Foto: Katharina Sauter

Kornwestheim - Der Zugverkehr fiel aus, ein Bundesligaspiel wurde abgeblasen, es kam zu Stromausfällen und Überschwemmungen – Sturmtief Sabine saust seit Sonntag über Nordeuropa. Auch in und um Stuttgart kam es zu Schäden und Verkehrsbehinderungen. Kornwestheim selbst ist dabei „eher glimpflich“ davon gekommen, berichtet der Feuerwehrkommandant Matthias Häußler auf Nachfrage unserer Zeitung. Zu einigen Einsätzen mussten die Einsatzkräfte dennoch am Montag im Kornwestheimer Stadtgebiet ausrücken:• Gegen 7.50 Uhr musste die Freiwillige Feuerwehr in die Solitudeallee fahren, um einen Baum zu zersägen, der dort auf die Straße gefallen war.• Gegen 7.55 Uhr wurde aus der Richthofenallee gemeldet, dass der Sturm einen großen Ast von einem Bau gerissen hatte. Auch den entfernte die Wehr.• Ebenfalls um 7.55 Uhr mussten die Feuerwehrleute zur Rosensteinstraße, um einen Bauzaun aufzurichten, der auf die Straße geknallt war.• Um 10.12 Uhr gab es einen größeren Einsatz in der Karlstraße an der Ecke zum Bahnhofsvorplatz. Hier hatten sich Ziegel und andere Teile vom Dach eines Hauses gelöst. Die Wehr räumte entsprechend gefährliche Teile von der Straße und half Handwerkern, per Drehleiter schnell auf dem Dach den Schaden zu begutachten.

Apropos Ziegel: Auch vom Dach der Johanneskirche, die derzeit umgebaut wird, fielen aufgrund des Sturms einige Ziegel herunter. Und: Bereits am Sonntag sei man „präventiv“ ausgerückt, um zu schauen, ob eine Baustelle in der Weimarstraße denn sicher sei, fügt Matthias Häußler hinzu.

Die Kornwestheimer Feuerwehr wäre auch auf eine größere „Gefahrenlage“ vorbereitet gewesen, so der Kommandant weiter. Er beschreibt das Vorgehen der Brandbekämpfer im Fall einer Sturmwarnung: „Wir haben ständig ein Dreier-Team vor Ort im Feuerwehrgerätehaus, um Einsätze zu bewerten und zu koordinieren.“ „Wichtig sei bei einem solchen Sturm, „dass wir richtig priorisieren und schnell und klar entscheiden, wo wir zuerst hinmüssen.“ Dafür rücke dann auch mal jemand vorab aus, etwa mit dem Kommandowagen, um vor Ort die Lage zu sichten und einzuschätzen. Und, natürlich seien die Einsatztrupps entsprechend sensibilisiert. „Unsere Leute nehmen sich bei einer Sturmwarnung mal eher nichts vor.“ Der Kommandant erinnert an die Überflutungen im Sommer 2018 – damals habe es „Unwetterlagen“ gegeben, bei denen stellenweise über 60 Paralleleinsätze eingingen. „Da muss man dann seine Ressourcen genau planen“, betont er.

Genau überlegen, ob sie zur Schule gehen oder nicht, mussten auch Schüler beziehungsweise deren Eltern am Montagmorgen. Dass viele Schüler wegen des Sturmes zuhause blieben, bestätigen mehrere Kornwestheimer Schulen.

„Es sind schon einige nicht hier“, berichtet Christoph Mühlthaler vom Ernst-Sigle-Gymnasium. „Manche Klassen sind fast vollständig, andere aber deutlich dezimiert“, ergänzt der Schulleiter. Der Unterricht finde dennoch normal statt, betont er. „Wenn auch teilweise in kleineren Gruppen.“

Aus dem Sekretariat der Theodor-Heuss-Realschule ist ähnliches zu hören. Etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler sei am Montag nicht gekommen, heißt es von dort. Mitarbeiterinnen berichten, der Anrufbeantworter sei mit 200 Nachrichten übergelaufen, auch an die 100 E-Mails von Eltern seien eingegangen, die besorgt nachfragten oder ihre Kinder für den Sturmtag entschuldigen wollten.

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