Kornwestheim Die Ampel steht: Das sagen die Kornwestheimer

Von Marius Venturini
Eine Ampel symbolisiert die Koalition. Foto:  

Kornwestheim - Die Ampel steht, 177 Seiten umfasst der am Mittwoch von SPD, Grünen und FDP präsentierte Koalitionsvertrag. Den haben sich inzwischen auch die Kornwestheimer Kommunalpolitiker der drei beteiligten Parteien zu Gemüte geführt, genau so wie die kolportierte Ämterverteilung und diverse Namen, die dafür im Raum stehen.

Florian Wanitschek, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, ist „grundsätzlich positiv“ gestimmt. „Ich glaube, dass das gute vier Jahre werden“, sagt er nach einer ersten Lektüre. Allein, dass der Mindestlohn – auch eines von Wanitscheks Themen – nun auf zwölf Euro steige, sei wichtig. Auch mit Robert Habecks (Grüne) Aussage, klimapolitisch auf dem richtigen Weg zu sein, geht der Kornwestheimer d’accord. Apropos Habeck: Der Grünen-Vorsitzende wird für den Posten des Klima/Wirtschaftsministers gehandelt. „Ich bin gespannt, das wird ein großes Ministerium“, so Wanitschek. Dass das neue Bauministerium bei der SPD angesiedelt sein wird, auch darüber ist er froh. „So wird dieses wichtige Thema entsprechend gestärkt.“

„Viele Forderungen der Grünen haben ihren Platz im Vertrag gefunden“, sagt der Grünen-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Ulmer. Eine Verankerung war ihm vor allem bei der Schuldenbremse, beim Abbau von Subventionen, beim steigenden Mindestlohn und auch beim Wohnungsbau wichtig. Ulmer begrüßt, wie auch Wanitschek, dass sich das Thema Digitalisierung durch den gesamten Koalitionsvertrag zieht. Damit teilt er die Meinung seines Mit-Vorsitzenden Daniel Joppien, der sagt: „Gerade die Ampel hat da deutlich mehr Potenzial als die CDU.“ Joppien lobt auch den Stellenwert des Klimaschutzes: „Da hatte ich lange die Befürchtung, dass da sehr wenig zu sehen sein wird. Das ist jetzt zum Glück nicht so.“ Dass Klima und Wirtschaft in einem Ministerium zusammengefasst worden sind, findet Ulmer nicht uneingeschränkt gut. Lieber wäre ihm ein reines Klimaministerium unter Führung der Grünen gewesen.

Ender Engin, FDP-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, sagt: „Ich persönlich bin extrem glücklich.“ Vor allem die Art und Weise, wie die Koalitionsverhandlungen abgelaufen seien, freut ihn. „Das hatte Niveau, Stil und Klasse und weckt Hoffnung bei uns an der Basis.“ Eine Koalition bestehe natürlich aus Kompromissen. Einen gemeinsamen Nenner zu finden, darauf komme es aber schließlich an. Dass die FDP in Person von Christian Lindner wohl den Finanzminister stellen wird, war für Engin vorher schon klar. „Den Ruf als Finanz- und Wirtschaftspartei kriegen wir jetzt wohl nie mehr los“, sagt er und lacht. Die weitere mögliche Ämterbesetzung will er aber noch nicht bewerten.

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